Chronik

Park- und Vereinshaus: Musikanten bleiben besorgt

Welche Saalfeldener Fraktionen stehen hinter den aktuellen Projektplänen? Kapellmeister Wolfgang Schwabl wollte es wissen. Das Ergebnis sorgte für Missstimmung.

"Wenn's wieder nichts wird, dann müssen wir schön langsam auf die Straße gehen" - Bürgermusik-Obmann Manfred Hirschbichler hatte sich bei der Bürgerversammlung klare zustimmende Worte für die Pläne am Großparkplatz erhofft, diese aber nicht gehört. Skepsis bleibt.

Die Frage warf Kapellmeister Wolfgang Schwabl auf. Er wandte sich an Vertreter aller vier Fraktionen der Gemeindevertretung, wollte ein Ja oder Nein zum aktuellen Projekt hören.

Geplant sind 90 Parkplätze, 16 Wohnungen und Räume für Vereine wie die Bürgermusik und die Eisenbahner-Stadtkapelle. Auch das Musikum (derzeit im ehemaligen Gebäude der Salzburg AG im Ortsteil Ramseiden) soll umziehen. Einen Teil der Parkflächen und die Wohnungen wird ein Wohnbauträger finanzieren. Auf die Gemeinde kommen für die restlichen Parkplätze und die Vereinsräume sechs Millionen Euro zu - davon 1,4 Millionen fürs Parken. Diese sollen durch die Einführung einer Parkraumbewirtschaftung im Zentrum innerhalb von rund zehn Jahren erwirtschaftet werden.

Das klare Ja kam nur von Bgm. Erich Rohrmoser (SPÖ), der im Jänner einen Finanzierungsplan vorlegen will. Aufgetrieben werden soll das Geld durch den Verkauf der Königgründe, eine Förderung des Landes, "möglicherweise auch durch die Verwertung des Baurechts Musikum und einen weiteren Grundstücksverkauf. Ich habe den Gemeindevertretern gesagt: Gebt mir die Chance als Bürgermeister und uns als Amt, das bis Jänner vorzubereiten." Sein Ziel: ein Baustart im Spätsommer oder Herbst 2019.

Etwas kryptisch klang die Antwort von Thomas Schweighart (FPÖ): "Es gibt kein Ja und Nein, derzeit ist die freiheitliche Fraktion dafür."

Markus Latzer (ÖVP), der bei der Gemeindevertretungswahl im März nicht mehr als Spitzenkandidat antritt, sagte: "Ich stelle mich nicht hin und sage: ,Hurra, ihr bekommt es nächstes Jahr' - weil ich nicht weiß, was 2019 nach der Wahl passiert. Ich arbeite nicht dagegen, verspreche es aber nicht." Dabei gehe es nicht um Wahlkampf. "Ich habe nichts gegen das Vereinshaus, würde mich für die Musikkapellen freuen. Nur: Man muss aufpassen, um welchen Preis. Etwas zu versprechen und dann zu schauen, ob wir das Geld haben - Vorsicht." Das Musikum-Gebäude habe man erst vor einigen Jahren um eine Million Euro gekauft. "Jetzt wird überlegt, ob man das Musikum umsiedelt. Das sind nicht sehr weitsichtige Entscheidungen, die einen Haufen Geld kosten."

Zuletzt sprach sich Ferdinand Salzmann (Grüne) einmal mehr dagegen aus: "Wir waren immer dafür, ein Musikprobehaus auf dem alten Bauhofgelände zu errichten. Ein Nein zum Projekt um sechs Millionen Euro." Und das Parken müsse man anders organisieren, "nicht mit einem Stellplatz für 20.000 Euro".

Gerhard Schmiderer (Musikum) spricht von Synergien, die genutzt werden sollen: "Wir hätten bald ein Problem. Unser Gebäude ist renovierungsbedürftig, auch akustisch in verschiedensten Bereichen. Das Vereinshaus sollte so bald wie möglich gebaut werden."

Schwabl zeigte sich im Anschluss besorgt: "Das Projekt ist so weit fortgeschritten wie noch nie. Aber es wird auf unserem Rücken zum Politikum, das ist schade." Das nun geplante Gebäude habe eine sehr gute Kosten-Nutzen-Funktion. "Wir kämpfen seit 15 Jahren dafür. Es ist Zeit, Geld in die Hand zu nehmen."

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