Chronik

"Pass auf dich auf": ÖBB wollen junge Menschen wachrütteln

Mit einer neuen Sicherheitskampagne setzen die ÖBB auch in Salzburg verstärkt auf Bewusstseinsbildung und Eigenverantwortung. Sujets mit jungen Erwachsenen zeigen die schwerwiegenden Folgen von Unfällen auf Bahnanlagen.

Die Bilder sind drastisch. Eine junge Frau mit Beinprothese, ein junger Mann, der im Rollstuhl sitzt: Die ÖBB setzen in einer neuen Sicherheitskampagne, die das
Bewusstsein der Menschen für die sichere Benutzung von Bahnanlagen schärfen soll, auf die Aussagekraft der Bilder. Im Vorjahr sind in Österreich 23 Menschen wegen unüberlegtem Handeln und Leichtsinn an Gleisanlagen zum Teil schwer verunglückt, einige leider auch tödlich. Dazu kommen noch 62 Unfälle mit Verletzungen an Eisenbahnkreuzungen, die in fünf Fällen tödlich endeten. In Salzburg sei die Zahl mit zwei Unfällen relativ glimpflich ausgefallen. In allen Bundesländern ähnlich: Besonders Jugendliche und junge Erwachsene würden sich häufig aus Unwissenheit und Leichtsinn in Lebensgefahr begeben. ÖBB-Sprecher Robert Mosser. "Da wird das Rotlicht missachtet oder der Schranken, der sich bereits gesenkt hat."

Züge können nicht ausweichen

Die Kampagne "Pass auf dich auf" appelliert an die Eigenverantwortung. Vor allem Jugendliche und jungen Erwachsene werden angehalten, ihr Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten und in vollen Zügen zu genießen - aber an Bahnanlagen Vorsicht walten zu lassen. Denn leichtsinniges Verhalten kann hier zu schwersten Verletzungen führen. Um das zu unterstreichen, wurden vier Sujets gestaltet, die die schwerwiegenden Folgen leichtsinnigen Verhaltens auf Bahnanlagen visualisieren. Denn besonders im Eisenbahnverkehr gibt es Gefahren, die vielen Menschen oft nicht bewusst sind. So können Züge im Gegensatz zu Autos nicht ausweichen und haben einen sehr langen Anhalteweg: Ein Güterzug mit 100 km/h benötigt etwa 700 bis 1.000 Meter, um stehen zu bleiben. Ein Auto mit derselben Geschwindigkeit nur rund 90 Meter.

Falsch verhält sich, wer Gleise quert um Wege zu verkürzen, die Sicherheitslinie am Bahnsteig ignoriert oder auf abgestellte Waggons klettert und so einen Stromschlag von 15.000 Volt riskiert. So geschehen vor zehn Jahren in Salzburg. Damals klettere eine spanische Studentin bei der Verschubgleisanlage in Salzburg-Schallmoos auf einen Waggon und geriet in den Stromkreis. Sie erlitt schwere Verbrennungen an Oberkörper und Beinen.

Gefährlich lebt auch, wer Eisenbahnkreuzungen unachtsam oder trotz Rotlicht bzw. einem herannahenden Zug quert.

Vorträge an Schulen

Neben den neuen Kampagnensujets setzen die ÖBB wieder auf emotional gestaltete Videos zu den möglichen Gefahrensituationen, die wachrütteln und zur Diskussion anregen sollen. Sie sind auf www.passaufdichauf.at zu sehen. Im Zuge der aktuellen Kampagne werden auch Plakate mit emotionaler Botschaft auf Bahnhöfen und an Schulen aufgehängt. Zusätzlich bieten die ÖBB Schulleitungen die Möglichkeit, sich während des ganzen Schuljahres unter der E-Mailadresse sicherheitskampagne@oebb.at für einen Sicherheitsvortrag anzumelden. In den nächsten Tagen werden auch österreichweit 70.000 Folder an den Bahnhöfen ausgeteilt.

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