Chronik

Passt die Medikamentation? Die SALK untersuchen 7000 Patienten pro Jahr vor der Operation

Die pharmazeutische Aufnahme an der Uniklinik ist ein Vorreiterprojekt für mehr Arzeimittelsicherheit. Die Bilanz: Bei zwölf Prozent der Patienten wurden akute arzneimittelbezogene Probleme festgestellt.

Pharmazeutin Christina Hofer-Dückelmann berät mit sieben Kolleginnen und Kollegen der Landesapotheke rund 7000 Patientinnen und Patienten pro Jahr. SN/salk
Pharmazeutin Christina Hofer-Dückelmann berät mit sieben Kolleginnen und Kollegen der Landesapotheke rund 7000 Patientinnen und Patienten pro Jahr.

Rund 7000 Personen unterziehen sich jährlich im Uniklinikum Salzburg einer geplanten Operation und werden dafür stationär aufgenommen. Für sie gibt es einen in Österreich bislang einzigartigen Service: die pharmazeutische Aufnahme. Pharmazeutin Christina Hofer-Dückelmann: "Wir nehmen uns die Zeit zu ausführlichen Gesprächen mit den Patientinnen und Patienten, um herauszufinden, welche Medikamente sie genau und wie einnehmen und auch welche weiteren Gesundheitsprodukte und Nahrungsmittelergänzungen sie konsumieren. Wir sprechen nicht nur mit den Patientinnen und Patienten, sondern rufen bei Bedarf auch bei Haus- und Fachärzten, in Pflegeheimen oder Apotheken an und recherchieren in älteren Arztberichten oder der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA), um eine vollständige Arzneimittelanamnese zu erstellen."

Von Neben- und Wechselwirkungen bis zu Dosierungsfehlern

Ziel ist einerseits die Vorbereitung auf die Operation, aber auch herauszufinden, ob es generell problematische Neben- und Wechselwirkungen oder Dosierungsfehler gibt. Über die Ergebnisse der Gespräche werden in einem ersten Schritt die Anästhesistinnen und Anästhesisten und dann die operierenden Medizinerinnen und Mediziner im Uniklinikum informiert. Die Daten zeigen, dass in 37 Prozent der Fälle Anmerkungen zu arzneimittelrelvanten Themen an die Anästhesie oder die chirurgischen Bereiche notwendig waren. Bei zwölf Prozent wurden akute arzneimittelbezogene Probleme festgestellt und in Empfehlungen im Krankenhausinformationssystem dokumentiert.

Pharmazeutische Aufnahme startete 2019 in den Vollbetrieb

Die pharmazeutische Aufnahme ist in der Narkoseambulanz des Uniklinikums Salzburg Campus LKH angesiedelt. Sie startete 2016 mit einem Probebetrieb an der Uniklinik für Chirurgie. Bis Ende 2018 wurde der Service auf Patientinnen und Patienten der Unikliniken für Orthopädie und Traumatologie, Gefäßchirurgie, Gynäkologie, HNO, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Urologie und Dermatologie ausgeweitet. 2019 war das erste Jahr des Vollbetriebs.

Von der Arbeit profitiert auch der niedergelassene Bereich

"Die bisherigen Erfahrungen und Zahlen zeigen, wie richtig und notwendig es war, die pharmazeutische Aufnahme einzuführen", sagt SALK-Geschäftsführer Paul Sungler, der das Projekt initiiert hat. "Damit leisten wir einen wertvollen Beitrag für die Patientinnen und Patienten. Die Ergebnisse werden auch in die ELGA eingetragen, sodass sie dann für den gesamten niedergelassenen Bereich zur Verfügung stehen."

Quelle: SN

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