Chronik

Peer-Gesprächsgruppe: Ein Frühstück auf Augenhöhe

Die Pinzgauerinnen Marion Wenger und Elke Hollaus wissen, was es heißt, eine psychische Erkrankung durchzumachen. Jetzt helfen sie anderen. Sie wollen Netzwerke stärken, Vorurteile abbauen, Perspektiven aufzeigen.

Von Betroffenen für Betroffene: Marion Wenger und Elke Hollaus arbeiten ehrenamtlich daran, die Lebenssituation für Menschen in psychischen Krisen zu verbessern. SN/sw/andreas rachersberger
Von Betroffenen für Betroffene: Marion Wenger und Elke Hollaus arbeiten ehrenamtlich daran, die Lebenssituation für Menschen in psychischen Krisen zu verbessern.

Die Atmosphäre? Offen und angenehm. Hier wird zugehört. Hier werden Erfahrungen ausgetauscht. Auf Augenhöhe, verständnisvoll, bestärkend. Ein Frühstückstisch ist gedeckt.

Nur: Die Hemmschwelle, sich darauf einzulassen, sei groß. Die zusätzliche, durch die Corona-Krise geschürte Angst bei Betroffenen - die sei ebenso wenig förderlich. Marion Wenger und Elke Hollaus wollen das Eis brechen.

Die beiden arbeiten ehrenamtlich für die Pinzgauer Gruppe des Salzburger Vereins "Peercenter" und schildern: "Wir stehen Menschen im Pinzgau zur Seite, die eine seelische Krise oder eine psychische Erkrankung haben. Durch unsere eigenen Erfahrungen einer seelischen Krise mit psychiatrischen Diagnosen und deren Bewältigung können wir uns in die Situation der Betroffenen sehr gut hineinversetzen. Unser Erfahrungswissen geben wir in den Gesprächsgruppen weiter und fördern damit regelmäßige Sozialkontakte." Zudem weisen sie auf Informationen zum psychiatrischen Angebot und auf Angebote sozialer Einrichtungen hin.

Das Angebot der Peer-Gesprächsgruppe mit Frühstück gibt es seit vier Jahren. Wenger und Hollaus waren anfangs als Betroffene dabei. Sie haben Mut geschöpft, sind dabeigeblieben, helfen jetzt anderen. "Die Gruppe ist mein Elixier gewesen, um langsam ins Leben zurückzufinden", sagt Hollaus. "In dieser Gruppe hast du das Gefühl: Du bist nicht allein. Man stößt auf Verständnis", sagt Wenger.

Auch von aktuell Betroffenen haben die beiden Stimmen gesammelt - ein Auszug: "Hier darf ich sein, wie ich bin"; "Die Wertschätzung in der Gruppe tut mir so gut"; "Ich habe eine neue Freundschaft gefunden"; "Hier darf ich reden, muss aber nicht".

Aufklärungsarbeit ist für die "Peers" von großer Bedeutung. Hollaus: "Wir wollen zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen beitragen."

Peer-Gesprächsgruppe

Wann? Jeden ersten Montag im Monat von 9.30 bis 11 Uhr - inklusive Frühstück. Nächster Termin: 7. September.

Wo? Im Gruppenraum beim Pfarrbüro Zell am See, Stadtplatz 5b. An den Terminen beim Parkplatz hinter der Kirche den Hinweisschildern folgen.

Warum? Peers sind Genesungsbegleiter, die aus eigener Erfahrung sprechen. Sie sind Hoffnungsträger und setzen sich für Betroffene ein.

Die Teilnahme ist kostenlos, anonym und ohne Voranmeldung möglich. Das Peercenter in der Stadt Salzburg und in Zell wird vom Land Sbg. finanziert.

Weitere Informationen:
www.peercenter.at

Kontakt: Peercenter Psychosozialer Betroffenen-Verein, Peer-Gruppe Pinzgau.
E-Mail: info@peer-pinzgau.at
Tel.: 0670/774 19 40

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Aufgerufen am 29.09.2020 um 01:07 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/peer-gespraechsgruppe-ein-fruehstueck-auf-augenhoehe-92084731

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