Chronik

Pendler verbringen in der Stadt Salzburg 83 Stunden pro Jahr im Stau

Ein Hersteller von Navigationsgeräten hat mehr als 22 Millionen von Fahrzeuglenkern zurückgelegte Kilometer in der Stadt Salzburg ausgewertet.

Im Berufsverkehr stehen Staus in der Stadt Salzburg auf der Tagesordnung. SN/robert ratzer
Im Berufsverkehr stehen Staus in der Stadt Salzburg auf der Tagesordnung.

Laut dem jüngsten "Traffic Index" des Navi-Hertsellers TomTom verlieren Pendler in der Stadt Salzburg im Jahr 83 Stunden im Stau. Das geht aus einer Auswertung des Unternehmens von mehr als 22 Millionen tatsächlich gefahrenen Kilometern (davon 12,9 Millionen auf Autobahnen).

Wenigster Verkehr am Freitag

Besonders hoch ist demnach die Verkehrsbelastung im Berufsverkehr in der Früh und am Abend. Das "Stau-Niveau" lag laut TomTom in der Früh im Wochendurchschnitt bei 37 Prozent, abends bei 46 Prozent. Das bedeute, dass eine Fahrt, die ohne Verkehrsbehinderungen in Salzburg 30 Minuten lang dauert, in der Früh tatsächlich 41 Minuten bzw. am Abend 44 Minuten lang dauert. Über das Jahr betrachtet mussten Pendler aus dem Raum Salzburg Montagfrüh und am Donnerstagabend am meisten Geduld aufbringen, denn hier floss der Verkehr besonders langsam. Freitagfrüh und Freitagabend ging es laut der Auswertung am schnellsten. Der Tag mit der höchsten gemessenen Verkehrsbelastung in Salzburg im Jahr 2018 war der Montag, 11. Juni, mit einem "Stau-Niveau" von 60 Prozent im Tagesdurchschnitt.

Wien ist "Stauhauptstadt"

Österreichweit liegt Salzburg in dem Index des Navi-Herstellers hinter Wien auf Platz zwei. Demnach verbringen Pendler dort im Durchschnitt noch mehr Zeit im Stau - nämlich 96 Stunden, das "Stau-Niveau" lag im Tagesdurchschnitt bei 27 Prozent. Insgesamt erstellte TomTom den "Traffic Index" für 403 Städte in 56 Ländern weltweit.

VCÖ fordert Öffi-Ausbau

Für Christian Gratzer, Sprecher des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ), sind die Daten zumindest für den Individualverkehr "schon plausibel". Nicht ersichtlich sei aber, welche Wartezeiten für die Öffi-Passagiere anfallen - zum Beispiel in Bussen, die durch das hohe Verkehrsaufkommen ebenfalls im Stau stehen. Der VCÖ plädiert jedenfalls für die Erweiterung von Straßenbahnen bzw. Busspuren in den Ballungsräumen, in denen in den vergangenen Jahrzehnten die Öffis zu wenig ausgebaut worden seien. "Die wirksamste Maßnahme den Stau zu reduzieren, ist es, den öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen", sagt Gratzer.

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