Chronik

Salzburg: Feuerwehrleute dürfen bald bis 70 aktiv bleiben

Die Steiermark und Kärnten haben die Altersgrenze für Mitglieder im aktiven Dienst bereits angehoben. Und auch in Salzburg will man auf die Ü65 nicht mehr verzichten.

Walter Eder von der Feuerwehr Wals ist mit 16 Jahren bei der Feuerwehr eingerückt und will nicht in drei Jahren mit 65 aufhören müssen. Er begrüßt die geplante Gesetzesänderung.  SN/robert ratzer
Walter Eder von der Feuerwehr Wals ist mit 16 Jahren bei der Feuerwehr eingerückt und will nicht in drei Jahren mit 65 aufhören müssen. Er begrüßt die geplante Gesetzesänderung.

Wer den 65. Geburtstag feiert, der hat nicht nur das gesetzliche Pensionsalter erreicht, sondern auch das Ende der aktiven Mitgliedschaft bei der Feuerwehr. Denn im Landesgesetz ist festgelegt, dass man ab 65 in den nicht-aktiven Dienst wechseln muss. Das bedeutet: Keine Einsätze mehr, sondern nur noch "eine kameradschaftliche Stütze" sein. Anders gesagt: Mehr als die Uniform spazieren zu tragen ist oft nicht mehr möglich. 10.100 aktive Feuerwehrleute gibt es in Salzburg, weitere 5100 zählen zu den nicht-aktiven Mitgliedern, 1000 zur Feuerwehrjugend.

Auf Wunsch des Landesfeuerwehrverbandes soll dieses "Pensionsalter" für die Kameraden jetzt hinaufgesetzt werden. Eine entsprechende Gesetzesänderung soll 2017 vom Landtag beschlossen werden.

70 ist das neue 65. Salzburgs Feuerwehrchef Leo Winter sagt: "Die Lebenserwartung ist heute höher als noch vor Jahrzehnten. Die Leute sind mit 65 fitter und gesunder als früher. Wir wollen daher auch nicht auf sie verzichten und mit der Zeit gehen." Wissen und Erfahrung könnten von älteren Kameraden länger weitergegeben werden, sagt Winter.

Etwas, das bei den Kameraden ausdrücklich begrüßt wird. Walter Eder ist seit über 40 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Wals, 15 Jahre davon - von 1998 bis 2013 - als Kommandant. Im Jänner wird er 62 Jahre alt. Und er will in drei Jahren nicht aufhören müssen. "Die schweren Tätigkeiten wird sicher die Jugend übernehmen. Aber es gibt genug zu tun. Und es gibt viele, die rüstig und fit sind. Ich kenne da einige Kameraden in meinem Alter."

Die über 65-Jährigen fünf weitere Jahre zum Mitmachen zu motivieren hat aber noch einen anderen Grund: Pendler. Viele Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren im Land pendeln täglich viele Kilometer zum Arbeitsort. In ihren Heimatgemeinden sind sie tagsüber im Ernstfall nicht verfügbar. In Salzburg gebe es klassische "Auspendelgemeinden" am Land, in denen eben nicht genügend Arbeitsplätze zur Verfügung stünden, sagt Winter. "Ein Fuscher, der in Zell am See arbeitet, ist untertags für die Fuscher Feuerwehr nicht verfügbar. Es geht daher um die Aufrechterhaltung der Tageseinsatzbereitschaft. Es geht um Mannstärke."

Für Einsätze untertags hätten Kameraden über 65 Jahre leichter Zeit. Um zur Arbeit pendelnde Mitglieder im Dienst der Feuerwehr zu halten, sollen diese auch an ihrem Arbeitsort zu Einsätzen ausrücken können. "Wir wollen, dass die Mitglieder in verschiedenen Feuerwehren Dienst verrichten. Tagsüber, wenn es nötig ist, in jener Gemeinde, wo sie arbeiten. Abends und am Wochenende in der Heimatgemeinde", sagt Winter. Das heiße freilich nicht, dass sie in zwei Feuerwehren gleichzeitig Mitglied sein müssten oder sollen.

Die Altersgrenze bei der Feuerwehr wird aber nicht einheitlich auf 70 Jahre angehoben. Für Führungsfunktionen - wie etwa den Ortsfeuerwehrkommandanten - ist keine Anhebung auf 70 Jahre geplant. "Da ist wie bisher mit 65 Schluss. Wir wollen keine Überalterung der Führungsfunktionen", sagt Winter.

Beim Roten Kreuz gibt es die "Altersgrenze" von 70 Jahren seit einem Beschluss des Österreichischen Roten Kreuzes im Jahr 2009. Ab dem 65. Lebensjahr müssen Ehrenamtliche alle zwei Jahre eine ärztliche Bestätigung bringen, dass sie körperlich und geistig geeignet sind für den Einsatz. Ein großes Thema sei das für das Salzburger Rote Kreuz nicht, sagt Kommandant Anton Holzer. "Wir haben nur 74 von 2300 Ehrenamtlichen im Rettungsdienst, die über 60 Jahre alt sind."

Bei den Bergrettern in Salzburg gibt es gar keine Altersgrenze. "Jeder spürt selber, wenn er nicht mehr kann", sagt Maria Riedler von der Bergrettung. Um im aktiven Stand zu bleiben, brauche es aber die Teilnahme an jährlichen Schulungen. Ohne die falle man automatisch in den nicht-aktiven Stand.

Die Novelle des Salzburger Feuerwehrgesetzes wird im Jahr 2017 dem Landtag vorgelegt. Aus dem Büro von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) heißt es, dem Wunsch der Freiwilligen Feuerwehren stehe nichts entgegen und dem werde man selbstverständlich entsprechen. "Das bisherige Gesetz stammt aus den 1970er Jahren und gehört angepasst."

Aufgerufen am 20.09.2018 um 04:40 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/pensionsalter-bei-der-feuerwehr-wird-auf-70-angehoben-573226

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