Chronik

Pfarrkirche Puch: "Nicht nur kühl , sondern Entdeckungsreise"

Im 13. und letzten Teil der Serie "Lieblingsplatzerl" stellt Elisabeth Mayer, Präsidentin der Katholischen Aktion, ihren Rückzugsort in ihrer Wahlheimat Puch vor - die Pfarrkirche.

Als Lieblingsplatzerl ist die Pfarrkirche für Elisabeth Mayer eine kleine Kompromisslösung. "Mein allerliebster Platz in Puch ist meine Wohnung auf Schloss Puchstein. Nur haben davon die Leser der Tennengauer Nachrichten wenig, ich kann ja schlecht alle zur Besichtigung einladen", lacht Mayer.

"Eine wunderschöne Kirche mit Kunstwerken aus acht Jahrhunderten"

Dafür scheint der langjährigen Pucher Pfarrgemeinderatsobfrau und Präsidentin der Katholischen Aktion Salzburg die Pfarrkirche dann doch geeigneter. "In Puch haben wir das Glück, eine wunderschöne Pfarrkirche mit Kunstwerken aus acht Jahrhunderten zu haben", sagt Mayer, der das kirchliche Leben in ihrer Wahlheimat ein großes Anliegen ist. So ist sie nicht nur als ehrenamtliche Pfarrgemeinderatsobfrau, sondern auch als Lektorin und Fürbitten-Verfasserin tätig. Von ihrem Stammplatz in der dritten Reihe aus hat die frühere Journalistin einen guten Blick auf den Altarraum, dessen Neugestaltung vor rund zehn Jahren bereits in ihre Zeit als Pfarrgemeinderatsobfrau fiel. "Die Altarraumgestaltung ist in einer Pfarre natürlich immer wie eine Operation am offenen Herzen. Das muss man auch vermitteln, sonst wird das nichts", spricht die gebürtige Stadt-Salzburgerin aus Erfahrung.

Gestaltet wurde der moderne Altarraum vom Radstädter Künstler Wilhelm Scherübl, der auch für die Fenster im Pongauer Dom verantwortlich zeichnet. "Damit sind wir im 21. Jahrhundert angekommen. Mittlerweile wird man in Puch auch niemanden mehr finden, der sich daran stößt", so Mayer. Ambo, Altar und Taufbecken sind aus Untersberger Marmor gefertigt und ruhen auf einer mit unterschiedlich großen Ausnehmungen übersäten Holzkonstruktion.

"Die Zellen sind wie beim Emmentaler nicht alle gleich und kreisrund. Keine gleicht der anderen. Das ist wie in der Pfarre und im alltäglichen Leben. Kein Mensch ist gleich wie der andere, keiner kann alles und keiner kann gar nichts", sagt Mayer. Der Altarraum vermittelt damit für sie das Bild eines lebendigen Organismus. "Unterschiedliche Talente wachsen zu einer organischen Einheit zusammen. Es ist ein schöner Feierraum geworden."

Ihrer Lage zwischen den zwei prominentesten Salzburger Marmor-Fundorten verdankt es die im 14. Jahrhundert erbaute Pucher Pfarrkirche auch, dass neben dem Untersberger Marmor auch Adneter Marmor vertreten ist (der Fußboden).

"Es ist hier nicht nur angenehm kühl, sondern auch eine Entdeckungsreise", weist Mayer auf weitere Besonderheiten der Pucher Pfarrkirche hin. So zeigt einer der beiden Seitenaltäre einen vergleichsweise jungen Josef. "Anderswo ist er meist ein Tattergreis und steht irgendwo abseits. Bei unserem Josef muss man sich nicht fürchten, dass er das Jesukindlein gleich fallen lässt", schmunzelt Mayer.

Wertvollste Teile an den Seitenaltären

Überhaupt befinden sich die wertvollsten Dinge hier nicht am Hochaltar, sondern an den barocken Seitenaltären, wo auch Teile älterer, gotischer Altäre erhalten geblieben sind. Die ältesten Teile der Pfarrkirche Puch sind die Epitaphien und Grabsteine an den Wänden, die rund 800 Jahre alt sind. "Es handelt sich dabei mit um die ältesten im Tennengau", sagt Mayer.

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