Chronik

Pilotprojekt in Salzburg: Kinder lernen von klein auf Erste Hilfe

Das Österreichische Rote Kreuz hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder fit in Erster Hilfe zu machen. Zehn Kindergärten im Bundesland Salzburg bilden jetzt die Vorhut.

Der Erste-Hilfe-Würfel zum Üben: Landesrätin Andrea Klambauer (Neos), die Landesgeschäftsführerin des Roten Kreuzes, Sabine Kornberger-Scheuch und Projektleiter Daniel Kaspar vom Österreichischen Jugendrotkreuz. SN/haimerl
Der Erste-Hilfe-Würfel zum Üben: Landesrätin Andrea Klambauer (Neos), die Landesgeschäftsführerin des Roten Kreuzes, Sabine Kornberger-Scheuch und Projektleiter Daniel Kaspar vom Österreichischen Jugendrotkreuz.

Jeder fünfte Österreicher habe große Angst, in Notsituationen zu helfen und anzupacken, sagt Sabine Kornberger-Scheuch, die Geschäftsführerin des Roten Kreuzes in Salzburg. Wer jedoch schon als Kind lerne, Erste Hilfe zu leisten, habe keine Scheu zu helfen. Ihre Vision: "Das Leisten Erster Hilfe soll für Kinder so selbstverständlich werden wie in der Früh das Anziehen und Zähneputzen." Aus der Angst zu helfen, solle Mut zum Helfen werden.

Deshalb will das Rote Kreuz das Thema Erste Hilfe und Sicherheit jetzt auch in die österreichischen Kindergärten tragen. Salzburg wurde als Pilotbundesland auserkoren. Zehn Kindergärten in Stadt und Land sind ab Herbst 2019 als Partner dabei und bringen Ideen, Vorschläge und Erfahrungen ein.

Abgewickelt wird das Projekt vom Jugendrotkreuz. In der Bundesanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP ) werden auch die Schüler die Themen Erste Hilfe und Risikokompetenz durchnehmen. Projektpartner sind außerdem der Arbeitskreis Vorsorgemedizin Salbzurg, die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt und die Kindergartenaufsicht Salzburg. Ab 2020 soll das Projekt auf ganz Österreich ausgedehnt werden. Die Teilnahme der Kindergärten ist freiwillig.

Kindergärten sammeln Punkte

Binnen eines Jahres absolvieren die Kindergärten Module und sammeln dafür Punkte. Haben sie die vorgeschriebene Punktezahl erreicht, werden sie als "Sicherer Kindergarten" zertifiziert und erhalten eine Plakete für die Eingangstür.

Durch den Bildungsauftrag des Ministeriums sei das Rote Kreuz an den Schulen bereits gesetzlich verankert, sagt Projektleiter Daniel Kaspar vom Österreichischen Jugendrotkreuz. Auch in jeder Salzburger Schule ist ein Lehrer für die Agenden des Jugendrotkreuzes zuständig. So können Aktionen und Projekte wie zum Beispiel die Radfahrprüfung, Schwimmabzeichen oder Erste-Hilfe-Kurse angeboten werden.

"In den Kindergärten geht uns diese Verankerung noch ab." Die Mädchen und Buben sollen durch das Pilotprojekt spielerisch lernen, wie sie in herausfordernden Situationen richtig reagieren. Sie üben zum Beispiel wie man den Notruf wählt, was zu tun ist, wenn jemand bewusstlos auf dem Boden liegt und wie man eine Blutung stillt. Auch Wiederbelebungsmaßnahmen werden mit Hilfe eines elastischen Würfels geübt. "Eine Puppe ist dazu nicht unbedingt nötig", sagt Kornberger-Scheuch.

Selbstbewusstsein der Kinder wird gestärkt

Spielerisch geübt werden aber nicht nur lebensrettende Maßnahmen. "Es geht in diesem Projekt auch um Persönlichkeitsbildung und die Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder", betont Landesrätin Andrea Klambauer. Auch das Bewusstsein der Kinder für Gefahren und Sicherheit soll geschärft werden. Sie lernen zum Beispiel was zu tun ist, wenn ein Feuer ausbricht.

Vorgesehen sind auch Besuche von Rot-Kreuz-Helfern. Eine zentrale Rolle kommt den Kindergartenpädagoginnen zu. Auf einer Online-Plattform finden sie fertig aufbereitete Unterlagen und Anregungen. Aufbauend auf der Erste Hilfe Fit Plattform des Österreichischen Jugendrotkreuzes soll diese Plattform in den teilnehmenden Projektländern aufgebaut und weiterentwickelt werden. Außer Österreich sind Mazedonien, Serbien, Kroatien und Bulgarien mit an Bord.

Die Plattform wird Informationsmaterial sowie verschiedene Aktivitäten zu Sicherheit im Kindergarten, Erste Hilfe, Risikokompetenz, Katastrophenvorsorge und Klimawandel enthalten. Die EU fördert das Projekt mit insgesamt 170.000 Euro, für Österreich sind 40.000 Euro vorgesehen.

Das Jugendrotkreuz bietet für Kindergärten bereits das "Roko-Programm" - hier geht es um die Themen Erste Hilfe, Straßenverkehr und Sicherheit am Wasser.


Quelle: SN

Aufgerufen am 26.11.2020 um 11:32 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/pilotprojekt-in-salzburg-kinder-lernen-von-klein-auf-erste-hilfe-67899406

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