Chronik

Pinguine und Zeppeline: Salzburgs kurioseste Tourismus-Projekte

Der Amphibienbus nimmt Fahrt auf. In Salzburg tauchten immer wieder abenteuerliche touristische Projekte auf. Die SN erinnern sich.

Pinguine und Zeppeline: Salzburgs kurioseste Tourismus-Projekte SN/neumayr/leo
Erich Berer und Heinrich Kiener vor dem Amphibienbus.

In London und den USA gibt es sie schon lange, Hamburg hat seit heuer einen. Die Rede ist von Amphibienbussen, also Fahrzeugen, die im Wasser genauso fahren können wie an Land. Sie sind in vielen Städten eine Touristenattraktion. Salzburg hat seit Mittwoch auch einen (noch namenlosen) Amphibienbus.

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Unternehmer Erich Berer, Betreiber des Salzachschiffs Amadeus, muss dafür auch Kritik einstecken. Die Salzburger Altstadtvereinigung etwa kritisiert ihn, weil er eine neue Attraktion für den Massentourismus schaffe. Und davon habe man genug.

Der Amphibienbus ist nur eines von unzähligen abenteuerlich anmutenden Tourismus-Projekten der vergangenen Jahrzehnte. Von sehr konkret bis sehr verrückt: Die "Salzburger Nachrichten" haben in den Archiven nach den kuriosesten Ideen gewühlt.

Surfparadies

Windsurfen in den Alpen, am Fuß des Großglockners, im Fuscher Käfertal. Dort sollte auf einem Stausee das größte Surfparadies der Alpen entstehen. Der Mann von Welt war in den 1970er Jahren nämlich Windsurfer. Das Ganze endete als Luftprojekt.

Pinguine

Der Zeller See als neue Heimat für knuffige Pinguine. Diesen Plan gab es wirklich - in den 1980er Jahren. Die Tiere sollten als Zusatzattrakion im Winter für Touristen sorgen. Wurde aber nichts daraus . . .

Zeppeline

Mit einem Flugschiff in den Urlaub schweben. Von Holland per Zeppelin in den Nationalpark Hohe Tauern. Ohne Stau, ohne Hektik, dafür mit exzellentem Essen an Bord. Solche Pläne zur Entflechtung der Verkehrsmisere wurden in den 1980er Jahren von der Nationalparkverwaltung serviert - und gleich wieder verworfen.

Alpenwelt

Jahre wurde geplant, Siemens war erst dabei, sprang dann aber ab. 600.000 Besucher sollten pro Jahr die Alpenwelt Mittersill besuchen. Sie war als virtuelles Gegenstück zum Nationalpark geplant. Zurück blieb ab dem Jahre 2000 vor allem eines: Frust. Denn alle Pläne fielen in sich zusammen. Ein SN-Bericht vom 20. Dezember 1997 (siehe Faksimile oben) illustriert die gigantischen Pläne: Zwölf Projektelemente (u.a. eine Sommerrodelbahn, eine Mountainbike-Strecke und ein Streichelzoo) sollte die "Alpenwelt" umfassen. Eine 4,5 Kilometer lange Seilbahn hätte die Punkte verbinden sollen. Das Nationalparkzentrum erweist sich aber als absolut akzeptabler Ersatz.

Hochhaus

Ein Hotel-Hochhaus aus Glas sollte das Zentrum einer Therme in St. Martin bei Lofer werden. Geplant wird am Thermenprojekt, das 1995 startete, noch immer.

Eisenbahn

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es konkrete Planungen für eine Eisenbahn auf den Großglockner. 1891 ging Heinrich Schroeder, Bauingenieur der Gaisbergbahn, mit dem Plan an die Öffentlichkeit. Die Bahn sollte zunächst über einen steilen Tunnel von etwa 900 Metern Länge durch festen Fels bis auf Höhe der Erzherzog-Johann-Hütte (3454 Meter) führen. Später hätten die Gleise bis zum Gipfel führen sollen. Dieses Projekt wurde ebensowenig realisiert wie die Idee einer Seilbahn auf die Adlersruhe, der Seilbahn auf den Fuscher-Kar-Kopf oder die Straßenverlängerung in die Gamsgrube.

Quelle: SN-Heba, Kli

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