Chronik

Pinzgauer Lerncafé-Teams hoffen auf weitere freiwillige Helfer

Das Caritas-Angebot ist notwendiger denn je. Weil einige ältere Ehrenamtliche wegen Corona pausieren, sind kinderliebende Leute gefragt.

Leiterin Sonja Dick: „Wichtigste Voraussetzung ist die Freude an der Arbeit mit Kindern.“ SN/sw/christa nothdurfter
Leiterin Sonja Dick: „Wichtigste Voraussetzung ist die Freude an der Arbeit mit Kindern.“

"Es gefällt mir sehr gut hier, alle sind so nett", sagt ein aufgewecktes Mädchen im "Interview". Es ist eines jener Kinder, die regelmäßig ins Lerncafé in Zell am See kommen. Insgesamt sind es 19 kleine Leute, die im Caritas-Zentrum am Montag, Dienstag oder Donnerstag ihre Nachmittage verbringen können. Auch in Mittersill hat sich diese Institution bestens bewährt. Dort sind es 23 Kinder zwischen sechs und 15 Jahren, die Hilfe bei ihren Hausübungen erhalten. Das ist die Hauptintention des von der Caritas betriebenen Lerncafés. Zudem stehen in Nicht-Corona-Zeiten eine gemeinsame Jause, Spiele und kreative Freizeitaktivitäten auf dem Programm. Die Gruppengröße liegt bei höchstens zehn Kindern. Die fix angestellten Mitarbeiter werden vor allem bei den Lerneinheiten von jeweils einem freiwilligen Helfer unterstützt.

Christina Sendlhofer mit einem ihrer „Schützlinge“ – fürs Foto ohne Maske, weil in der Schule „Testtag“ gewesen ist.  SN/sw/christa nothdurfter
Christina Sendlhofer mit einem ihrer „Schützlinge“ – fürs Foto ohne Maske, weil in der Schule „Testtag“ gewesen ist.

Vor der Pandemie zwölf ehrenamtliche Helfer, jetzt sechs

Leiterin Sonja Dick: "Wir können uns an beiden Standorten über top-motivierte Leute freuen, die zum Teil schon von Anfang an mit im Team sind. Etliche von ihnen sind Frauen und Männer im Pensionsalter, die wegen der Corona-Pandemie verständlicherweise lieber pausieren. Deshalb wären wir enorm froh über jeden einzelnen neuen ehrenamtlichen Helfer. Hier in Zell am See waren es vor der Pandemie zwölf Ehrenamtliche und jetzt sind es sechs. In Mittersill ist die Situation etwas besser, aber auch dort suchen wir Menschen, dich sich einbringen."

Bei den Kindern gibt es eine Warteliste

Was die Kinder betrifft, ist die Situation sozusagen umgekehrt: Für sie gibt es eine Warteliste. Kein Wunder; nicht jedem Nachwuchs sind Bildungsnähe und Schulerfolg in die Wiege gelegt. Und vor allem Kinder, die schon vor der Corona-Krise Lernschwierigkeiten hatten, haben jetzt - Stichwort Homeschooling - großen schulischen und sozialen Nachholbedarf.

"Es haben sich auch Freundschaften entwickelt"

Zurück zu den freiwilligen Mitarbeitern: Wie Sonja Dick erzählt, schätzen sie neben ihrem sinnvollen Tun auch das gemütliche Zusammensein nach den eineinhalbstündigen Lerneinheiten. "Einmal im Jahr gehen wir zudem alle gemeinsam Essen. Im Vorjahr war auch ein Wandertag geplant, aber den mussten wir coronabedingt leider absagen. Fixe Zeiteinteilungen und eine Mindeststundenanzahl gibt es für die Freiwilligen natürlich nicht. Und es muss auch niemand Angst haben vor der Lernbegleitung: Vorab gibt es eine kurze Einschulung, und wer möchte, kann das Fortbildungsangebot der Caritas Salzburg in Anspruch nehmen. Es haben sich hier schon einige enge Freundschaften entwickelt."

Im Gespräch: Die ehrenamtliche Helferin Christina Sendlhofer

Christina Sendlhofer (49) aus Maishofen arbeitet in Vollzeit, aber flexibel beim Rinderzuchtverband. Seit rund vier Jahren engagiert sie sich im Lerncafé.

Redaktion: Wie kam es dazu?
Christina Sendlhofer: "Die Lerncafé-Idee hat mich angesprochen. Als Mutter von drei mittlerweile erwachsenen Kindern bin ich dankbar dafür, dass alles gut gelaufen ist. Aus dieser Dankbarkeit heraus und weil ich mein Leben als privilegiert ansehe, will ich der Gesellschaft etwas zurückgeben."

Redaktion: Und umgekehrt: Bekommen Sie auch etwas zurück?
"Ja, sehr viel! Die Lernfähigkeit und das Potenzial der Kinder faszinieren mich und es ist so schön zu sehen, wie gut sie sich entwickeln. Spannend finde ich auch den Einblick in ihre verschiedenen Kulturen. Und ich bleibe hinsichtlich der schulischen Neuheiten und Entwicklungen auf dem Laufenden, das schätze ich auch."


Kontakt: Sonja Dick,
Tel. 0676/84 82 10-302

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