Chronik

Pinzgauer soll seine Stieftochter jahrelang misshandelt und vergewaltigt haben - Prozess in Salzburg

Massive Vorwürfe gegen 41-Jährigen in Prozess am Freitag am Salzburger Landesgericht. Laut Anklage soll er seine Stieftochter im Alter zwischen sieben und 18 Jahren regelmäßig misshandelt, missbraucht und vergewaltigt haben. Vor Gericht zeigte sich der bislang unbescholtene Mann nur geringfügig geständig: Unter anderem sagte er, er habe nur ein paar Mal "freiwilligen Geschlechtsverkehr" mit der Stieftochter gehabt, als diese bereits 16 Jahre alt gewesen sei.

Symbolbild.  SN/apa
Symbolbild.

Staatsanwältin Sandra Wimmer ist überzeugt: Der 41-jährige Pinzgauer, der am Freitag in Salzburg vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Richterin Martina Kocher) Platz nehmen muss, hat seiner damaligen, inzwischen knapp 19-jährigen Stieftochter zehn Jahre lang ein erschütterndes Martyrium bereitet:

Ab dem Jahr 2009, das Mädchen war damals sieben Jahre alt, soll der Angeklagte begonnen haben, die Tochter seiner (Ex-)Frau, mit der er bis 2019 verheiratet war, regelmäßig zu ohrfeigen, an den Haaren zu reißen. Im Sommer 2011 soll er das Kind erstmals sexuell attackiert -- und in der Folge an ihr massive sexuelle Handlungen vollzogen und die Stieftochter dann ab 2016 regelmäßig vergewaltigt haben. Anklägerin Wimmer: "Er hat sie im Schnitt ein Mal wöchentlich vergewaltigt. Aus Angst vor Schlägen hat sich das Mädchen nicht getraut, sich zu wehren. Er hat sie zum Geschlechtsverkehr genötigt, indem er sie mit einem Ledergürtel schlug. Durch die jahrelangen Übergriffe erlitt das Opfer eine posttraumatische Belastungsstörung." Erst nachdem sich ihre Mutter und der Angeklagte 2019 scheiden ließen, habe das vom Stiefvater massiv eingeschüchterte Mädchen den Mut gefunden, sich jemandem anzuvertrauen. Neben fortgesetzter Gewaltausübung und Vergewaltigung lastete die Staatsanwältin dem Angeklagten auch an, die inkriminierten Übergriffe gefilmt zu haben; zudem habe der 41-Jährige im Internet gezielt nach Kinderpornos und Inzesthandlungen mit Minderjährigen gesucht.

Der bislang unbescholtene Pinzgauer zeigte sich im Prozess nur geringfügig geständig. Er sagte, er habe dem Mädchen "nur ein paar Mal Ohrfeigen gegeben, weil sie immer wieder gelogen und auch Geld gestohlen hat". Was die inkriminierten massiven sexuelle Übergriffe angeht, so behauptete der 41-Jährige, dass er mit der Stieftochter "vier, fünf Mal Geschlechtsverkehr" habe - aber einvernehmlich und erstmals erst am 16. Geburtstag des Mädchens: "Ich habe sie nie dazu gezwungen." - Opferanwalt Stefan Rieder forderte für die nun junge Frau einen Schmerzensgeldzuspruch von 50.000 Euro.

Der Prozess wurde am Freitagnachmittag zur Einvernahme der Mutter der Stieftochter vertagt.

Aufgerufen am 28.10.2021 um 06:27 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/pinzgauer-soll-seine-stieftochter-jahrelang-misshandelt-und-vergewaltigt-haben-prozess-in-salzburg-100984513

Kommentare

Schlagzeilen