Chronik

Plainfeld - das kleine Dorf ist eine Faschingshochburg in Salzburg

Die Plainfelder Faschingsgilde lädt zu acht Vorstellungen: Schon vor der Premiere waren alle ausverkauft. Die Gilde gibt es seit dem Jahr 1987. Seither wurden 82.000 Euro gesammelt - für den guten Zweck.

Salzburg gilt als verschlafen - zumindest, was den Fasching betrifft. Es gibt aber einzelne Dörfer und Gemeinden, die Widerstand leisten. Eine Faschingshochburg ist Plainfeld mit seiner Faschingsgilde, die im Jahr 1987 gegründet wurde. Jetzt fand die Premiere des neuen Programms statt. 33 neue Stücke wurden in den vergangenen Wochen einstudiert. Das Programm dauert vier Stunden. So etwas kann auch nur funktionieren, wenn der gesamte Ort mit seinen rund 1200 Einwohnerinnen und Einwohnern hinter den Narren und Närrinnen steht. Das spürt auch jeder, der sich auf die Faschingssitzung im Turnsaal der kleinen Volksschule einlässt.

Vom Luftpumpenorchester bis zum Ibiza-Video

Die Palette reicht vom Hochzeitsvideo von "Königin" Hilda und "König" Franz Rinnerthaler bis zum Luftpumpenorchester unter der Leitung von Dirigent Johann Fuschlberger. Die Polizei, die in Plainfeld auf die "Jagd" nach Rasern geht, darf ebenso wenig fehlen wie ein Bezug zum Ibiza-Skandal. Sieglinde Rinnerthaler gesteht ihre Liebe zu Männern mit großem Bierbauch, während Wolfgang Saliger als EU-Kommissar Franz Fischler auf Plainfeld-Besuch für eine "artgerechte Seniorenhaltung" eintritt. Ein Höhepunkt sind dabei die Einlagen von Franz Rinnerthaler (Sogei) als Dorfratschn. Durch das Programm führt - in bewährter Manier - Bürgermeister Wolfgang Ganzenhuber, der die Wartezeiten bis zum Bühnenumbau mit Witz verkürzt. Bei der Premiere unter anderem im Publikum: ÖVP-Klubchefin Daniela Gutschi und LAbg. Josef Schöchl.

Unterstützung für den Mathiashof in Fuschl

Wer die Aufführungen miterleben will, braucht viel Glück: Alle acht Sitzungen sind ausverkauft - inklusive der letzten am Rosenmontag. Aber weitersagen, dass es gefallen hat, darf man trotzdem, heißt es. Die Faschingsgilde sammelt übrigens immer auch Geld für einen guten Zweck: In den Jahren hat die Gilde rund 82.000 Euro gespendet. Das Geld wurde unter anderem dazu verwendet, Instrumente für Schülerinnen und Schüler zu kaufen oder den Mathiashof in Fuschl zu unterstützen.

Quelle: SN

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