Chronik

Platzmeisterin auf der Dult seit 13 Jahren

Als Dult-Leiterin muss Michaela Glinz stets das gesamte Volksfest mit allen Gästen, Ausstellern und Fahrgeschäften im Auge haben. Sie ist eine der wenigen Frauen in dieser Branche.

Organisieren und im Hintergrund arbeiten ist Dult-Leiterin Michaela Glinz am liebsten.  SN/sw/Ricky Knoll
Organisieren und im Hintergrund arbeiten ist Dult-Leiterin Michaela Glinz am liebsten. 


Nach der Dult ist vor der Dult, eine Ganzjahresaufgabe. Leiterin Michaela Glinz bewältigt sie grundsätzlich mit einem kleinen Team. "Drei bis vier Wochen vor der Eröffnung geht die richtige Arbeit los, da sind rund 100 Leute beschäftigt, die Security noch gar nicht mitgerechnet", schildert die gebürtige Oberösterreicherin aus dem Bezirk Schärding. "Während der neun Dulttage leben wir in einer völlig anderen Welt, obwohl wir natürlich immer wieder auch im Büro sind. Das Team ist total fest zusammengeschweißt, wir sind für alle Notfälle gerüstet, und wenn's ein Blasenpflaster sein muss", schmunzelt sie.

Achteinhalb Kilometer Elektro-Kabel

Bereits ab November laufen die Ausschreibungen und Vorbereitungen für das kommende Jahr. Heuer sind knapp 100 Schausteller vertreten, auf etwa 30.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche befinden sich u. a. der größte Indoor-Vergnügungspark (5000 Quadratmeter), die Kinderhalle 8 (7700 m22) und die Elektrofirma Klausner verlegt insgesamt rund 8500 Meter Kabel auf dem Gelände. "Bevor der Aufbau beginnt, muss der Reinigungstrupp alles sauber machen und alle Steine von den Flächen wegräumen", merkt sie an. Erst dann können alle Beteiligten gemäß dem Plan, den das Team zuvor gezeichnet hat, mit der Umsetzung beginnen. "Nach 08/15 läuft es bei uns nie, es gibt immer Veränderungen. Eine besondere Herausforderung waren die Bauzeiten der neuen Hallen. Da muss man schon sehr flexibel sein."

Seit 1973 findet die Dult auf dem Festgelände statt und war früher als Verbrauchermesse mit Vergnügungspark organisiert. "Ab 2007 sollte sie wieder mehr zum Volksfest und ohne Eintritt werden. Gemeinsam mit dem Dultverein haben wir alle Gewerke wie Elektro oder Standbau zusammengeführt und die Organisation neu aufgestellt. Jetzt ist alles viel besser planbar, man kennt einander und wir sind das ganze Jahr über ansprechbar, nicht nur rund um die Dultzeit."

Guter Ruf bei Gästen und Ausstellern

Als Platzmeisterin ist sie diejenige, die den Schaustellern sagt, was sie wo und wie aufstellen können. "Frauen gibt's in diesem Bereich nicht so viele und es dauerte ein Weilchen, bis alle damit zurechtkamen", gesteht sie ein. Ebenso, dass etliche Tränen geflossen sind, bis die Neuorganisation auf tragfähigen Beinen stand. Stolz ist sie auf den guten Ruf, den die Dult genießt, nicht nur im Inland, nicht nur bei den Besuchern, sondern auch bei den Ausstellern. "Viele kommen sehr regelmäßig und der Salzburger Schaustellerverband mit alteingesessenen Familienbetrieben gehört ohnehin zu den Stammbeschickern. Sie sind auch in schweren Zeiten immer zu uns gestanden."

Ursprünglich kommt die Absolventin der Tourismusschule Bad Ischl aus dem Gastgewerbe. "Ich habe in der Schweiz, in Italien und einige Jahre in Deutschland, in Braunschweig, gearbeitet. Aber ich war immer schon Richtung Salzburg orientiert, wo ich seit 2000 lebe." Nach einem Abstecher in die Hotellerie und Veranstaltungsorganisation heuerte die 44-Jährige 2004 beim Messezentrum Salzburg an.

Was denn für die Leiterin die persönlichen Highlights der Dult seien? "Wenn am Freitag vor der Eröffnung beim Behördenrundgang alles passt, der Festplatz sauber dasteht und alle sich auf den Beginn freuen. Und natürlich das Feuerwerk zum Abschluss."

Aufgerufen am 19.08.2018 um 03:08 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/platzmeisterin-auf-der-dult-seit-13-jahren-28020718

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