Chronik

Polizei - Sonja Fersterer ist Salzburgs einzige Inspektions-Kommandantin

Sonja Fersterer ist seit Mai die einzige Inspektions-Kommandantin Salzburgs. Sie leitet die Dienststelle in Saalbach-Hinterglemm. Ihr Motto: "Nur keine Angst vor mir, aber Respekt."

Sie wacht mit ihren Kollegen über Saalbach-Hinterglemm: Sonja Fersterer. Rachersberger
Sie wacht mit ihren Kollegen über Saalbach-Hinterglemm: Sonja Fersterer.

Sie konnte fast nicht anders: Angefangen hat's mit dem Uropa, Vater, Onkel, Bruder und Cousin sind ebenfalls im Dienst der Exekutive. Sonja Fersterer selbst? Auch schon seit über zehn Jahren.

Heuer wurde die 29-Jährige befördert. Seit der Pensionierung von Alfred Hinterer leitet die vorherige Stellvertreterin die Polizeiinspektion Saalbach-Hinterglemm, schätzt das als großen Vertrauensbeweis. "Ich bin salzburgweit die einzige Frau in dieser Rolle, das ist natürlich etwas Besonderes", sagt die Saalfeldenerin, die in Viehhofen lebt.

Als Frau habe sie sich bei der Polizei noch nie vernachlässigt gefühlt. "Wir sind gleichgestellt. Das fängt beim Gehalt an und hört bei der Arbeit auf."

Saalbach sei ihre absolute Wunsch-Dienststelle gewesen, die Arbeit hier speziell. "Der Kontrast zwischen Sommer und Winter ist enorm, man hat mit unterschiedlichsten Leuten und Kollegen zu tun." Im Sommer seien sie und ihre Kollegen zu fünft, für die Wintersaison ab Dezember wird das Personal auf 17 Kräfte aufgestockt. "Skiunfälle, Diebstähle, Körperverletzungen, im Winter kann 's schon rundgehen."

Nahe an der Bevölkerung zu sein, sei ganz wichtig. "Wir machen viele Fußstreifen, natürlich auch Routinekontrollen beim Verkehr." Es gelte stets, höflich und mit Ruhe an Vorfälle heranzugehen, sachlich zu erklären. Leute so zu behandeln, wie man selbst auch behandelt werden möchte, gemäß dem Motto: "Nur keine Angst vor mir, aber Respekt." Mit dem Kopf durch die Wand komme man nicht weit. Manchmal gehe es aber einfach nicht anders, speziell nach Randalen und Schlägereien mit Alkohol- oder Drogeneinfluss - dann klicken die Handschellen.

Als Polizistin erlebe man auch menschliche Schicksale, das gehöre zum Beruf - "aber es gelingt mir zum Glück gut, alles nicht zu nahe an mich heranzulassen." Den nötigen Ausgleich findet sie in der Natur. Fersterer war zu Schulzeiten eine sehr gute Biathletin, sogar Staatsmeisterin und viele Jahre im Kader des Salzburger Landesskiverbandes. "Aber es wäre für mich nicht in die Weltspitze gegangen" - so hat sie das Gewehr an den Nagel gehängt. Mittlerweile sind ihr das Skifahren und Skitourengehen liebere Hobbys: "Da kann ich durchatmen. Ich bin sehr gern in den Bergen unterwegs. Nach einem Nachtdienst in der Früh gleich noch ein paar Stunden Ski fahren gehen, das taugt mir."

Große Events stehen bevor. Das Bergfestival (7. bis 9. Dezember), die 25. Ausgabe "Rave on Snow" (13. bis 16. Dezember), der Weltcup-Riesentorlauf der Herren (20. Dezember). "Speziell auf das Skirennen freue ich mich. Wir erhalten natürlich Unterstützung aus dem Bezirk, unser Posten ist für den Straßenverkehr zuständig." Muss nur noch der Winter richtig einkehren.

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