Chronik

Polizeistatistik listet für Salzburg von 2009 bis 2019 exakt 39 Mordfälle auf

Nach der entsetzlichen Bluttat von Wals-Siezenheim sind vorsätzliche Tötungen, vor allem tödliche Gewalttaten gegen Frauen, wieder stark in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Symbolbild.  SN/APA (Archiv/Gindl)/BARBARA GINDL
Symbolbild.

Isabel Haider, Wissenschafterin am Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Wien, übermittelte den "SN" auf Anfrage von ihr erhobene bzw. zusammengetragene Zahlen aus den polizeilichen Kriminalstatistiken. Demnach gab es im Land Salzburg von 2009 bis 2019 exakt 39 Fälle, die von der Polizei als vollendete Morde (gemäß §75 StGB) geführt wurden. Am meisten mutmaßliche Morde weist die Statistik für 2015 aus (sechs Fälle), am wenigstens für 2012 (ein Fall). In etwas mehr als der Hälfte der Fälle wurden Frauen Opfer. Bemerkenswert auch: Die Polizeistatistik weist für 2009 bis 2019 im Land Salzburg zudem gleich 80 Mordversuche (§ 15, 75) aus, allein für 2018 deren elf. Auffallend: Bei den inkriminierten Mordversuchen ist die Zahl der männlichen Opfer weit höher als jene der Frauen.

Wichtig: Einige der von der Polizei in ihren Statistiken als Morde bzw. Mordversuche gelisteten Fälle führten letztlich nicht zu Mordverurteilungen. Etwa weil die Täter zur Tatzeit zurechnungsunfähig waren (und deshalb eine Anstaltseinweisung erfolgte); weiters weil letztlich keine vorsätzliche Tötung nachweisbar war (etwa "nur" ein Totschlag, oder absichtliche schwere Körperverletzung mit Todesfolge); oder weil es in der Folge zu Verfahrenseinstellungen bzw. zu Freisprüchen kam.

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