Chronik

"Problemwolf" von Rauris darf bejagt werden

Land veröffentlicht Verordnung. Sie gilt ab 20. August. WWF kritisiert sie als rechtswidrig.

Symbolbild. SN/imago stock&people
Symbolbild.

Das Land veröffentlichte am Donnerstag, dem 19. August, die erwartete Verordnung, in der die Jagdgebiete der Wildregionen 2.1 (Kaprun-Fusch), 2.2 (Rauris) und 2.3 (Gastein West) betreffend die Wildart Wolf zu einem Maßnahmengebiet erklärt werden. Die Verordnung gilt ab 20. August und läuft mit Ende des Jahres aus. Sie bedeutet, dass in den genannten Regionen unter bestimmten Voraussetzungen die im Salzburger Jagdgesetz festgelegte ganzjährige Schonzeit für den Wolf für diesen Zeitraum aufgehoben wird. Er darf also bejagt werden.

Die Voraussetzungen sind, dass der Wolf nach dem Salzburger Wolfsmanagementplan ein "Problemwolf" ist, also in kurzer Zeit eine große Zahl von Weidetieren gerissen hat, er muss per DNA nachgewiesen sein und sich noch im betreffenden Gebiet aufhalten. Eine weitere Voraussetzung ist, dass es keine anderen zufriedenstellenden Lösungen gibt, also der Herdenschutz nicht zumutbar ist.

Die Verordnung gilt nur für den Wolf von Rauris. Reißt ein Wolf zum Beispiel im Lungau Tiere, ist eine neue Verordnung nötig.

Die Naturschutzorganisation WWF kritisiert die Landesregierung für das Durchboxen der "Anti-Wolfs-Verordnung", obwohl deren Begutachtung zahlreiche rechtswidrige Punkte aufgedeckt habe. "Anstatt der Almwirtschaft langfristig zu helfen, will die Landesregierung das europäische Artenschutzrecht aushebeln. Das ist fahrlässig und verantwortungslos", sagt WWF-Experte Christian Pichler. "Der Wolf ist eine europarechtlich streng geschützte Art. Daher braucht es fachgerechten Herdenschutz, der nicht nur Risse verhindert, sondern Schafe auch besser vor Krankheiten oder Unwettern bewahrt. Das wäre aus Tierschutz-Sicht besonders wichtig", sagt Pichler.

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