Chronik

Prozess gegen Ehemann von diebischer Altenpflegerin vertagt

Bereits verurteilte Slowakin hatte Ehemann als Mittäter belastet. Dieser stritt am Montag alles ab und sprach von manipulierten Beweisen.

Symbolbild. SN/apa
Symbolbild.

Am Landesgericht Salzburg hat sich am Montag der Ehemann einer im Mai 2018 zu fünf Jahren unbedingter Haft verurteilten Altenpflegerin wegen Beitrags zum Raub und Diebstahl verantworten müssen. Die geständige Slowakin verabreichte im Februar 2017 einer Seniorin im Pinzgau Schlaftabletten und stahl deren Schmuck und Bargeld im Wert von insgesamt 250.000 Euro. Sie belastete ihren Mann als Mittäter.

Ehemann soll Diebesgut abgeholt haben

Die Altenpflegerin gestand bei dem Prozess vor zwei Jahren ein, die 91-jährige ehemalige Gastronomin an zwei Abenden mit dem Medikament Dominal in einen tiefen Schlaf versetzt und aus der Wohnung der Pensionistin 21.500 Euro an Bargeld aus einem Safe sowie Schmuck im Wert von rund 230.000 Euro und ein Silberbesteck gestohlen zu haben. Dazu angestiftet hätten sie ihr Ehemann, der das Diebesgut auch abgeholt habe, und dessen Mutter.

App zeichnete belastende Gespräche auf

Die nicht geständige, 59-jährige Schwiegermutter der Altenpflegerin wurde im Vorjahr wegen Tatbeteiligung zu einer Gefängnisstrafe von 20 Monaten rechtskräftig verurteilt. Die Staatsanwältin warf ihr vor, in Telefonaten mit der Schwiegertochter gesagt zu haben, diese könne mit den Tabletten "die Oma" ins Koma setzen. Die von einer App automatisch aufgezeichneten Telefonate, die auch den 40-jährigen Ehemann der 24-Stunden-Pflegerin belasten, wurden von der Polizei ausgewertet. Der Mann war zunächst nicht auffindbar, mittels europäischen Haftbefehl aber schließlich gefasst worden.

Schmuck sollte ausgetauscht werden

Die Staatsanwältin hielt dem Beschuldigten am Montag vor, er habe seine Frau in mehreren Telefonaten zu der Tat angewiesen. Das Diebesgut habe er mit seinem Bruder abgeholt und zur Veräußerung in seine Heimat gebracht. Um die Tat zu verschleiern, sei ausgemacht worden, dass er billigen Modeschmuck in der Slowakei besorgt und diesen anstatt der gestohlenen Preziosen in die Wohnung lege. Als Beweismittel hielt ihm die Staatsanwältin die Audioaufzeichnungen der Telefonate mit der Ehefrau vor.

Slowake beteuert seine Unschuld

Der bisher unbescholtene Slowake - er befindet sich derzeit in Untersuchungshaft - beteuerte vor dem Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Peter Egger seine Unschuld. Die Ehefrau könnte ihn aus Eifersucht oder Rache falsch beschuldigt haben, weil er eine Beziehung zu ihrer Schwester eingegangen sei, erklärte Verteidiger Christoph Mandl. "Er war zum Tatzeitpunkt im Februar 2017 in der Slowakei." Der an Krebs erkrankte Angeklagte, der eine Invaliditätspension bezieht, sei damals von der Schwester gepflegt worden. Und sein Bruder habe sich zur Tatzeit in den Niederlanden aufgehalten.

Telefonmitschnitte manipuliert?

Zu seiner Entlastung gab der Angeklagte an, dass seine Frau, von der er sich jetzt scheiden lasse, als Hobby Telefonate mit ihren Angehörigen aufgezeichnet habe und die Ton- und Bilddateien "in manischer Weise" geschnitten und ausgetauscht habe. Dem Mann wurden die Tonaufzeichnungen heute vorgespielt. Das sei nicht seine Stimme, sagte er zum Vorsitzenden. Der Beschuldigte hatte zuvor auch noch geschildert, dass seine Frau ihn nach ihrem Prozess angerufen und erklärt habe, sie werde ihn ins Gefängnis bringen, sie habe vor Gericht gelogen. Der Angeklagte, der offenbar ab dem Jahr 2014 in Österreich als Pfleger gearbeitet hat, soll laut Anklage auch zwei betagten Damen rund 870 Euro gestohlen haben.

Weitere Zeugen werden einvernommen

Der Prozess gegen den 40-jährigen Slowaken wurde am Montag auf unbestimmte Zeit vertagt, da noch weitere Zeugen einvernommen werden. Dabei handelt es sich um die bereits verurteilte mittlerweile 32-jährige Ehefrau des Angeklagten, die sich derzeit in der Slowakei in Haft befindet, und um einen Polizisten, der die Audioaufzeichnungen von Telefonaten sichergestellt hat.

Quelle: APA

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