Chronik

Prozess gegen Pflegehelferin wegen serienweiser Diebstähle in Tennengauer Seniorenheim

25-Jährige soll neun Seniorenheimbewohnern vorwiegend Bargeld gestohlen haben. Die Angeklagte zeigte sich im Prozess in Salzburg nur zu einem kleinen Teil der Vorwürfe geständig. Die Verhandlung wurde vertagt.

Symbolbild.  SN/APA/BARBARA GINDL
Symbolbild.

Eine Pflegehelferin ist am Montag bei einem Prozess am Landesgericht Salzburg mit dem Vorwurf des gewerbsmäßigen Diebstahls mit einem Gesamtschaden von rund 3600 Euro konfrontiert worden. Die 25-Jährige soll neun Bewohnern eines Seniorenheims Bargeld und eine goldene Uhr sowie in einem Fachgeschäft ein Handy gestohlen haben. Sie zeigte sich teilweise geständig. Der Prozess wurde vertagt.

Laut Staatsanwaltschaft hat die Beschuldigte die Taten von Anfang März 2018 bis Juli 2019 begangen. Die geschiedene Mutter von zwei Kindern gestand drei Fakten ein. Als Motiv nannte sie Schulden. Sie habe einer Bewohnerin des Heims im Tennengau zwei Mal 20 Euro und einer weiteren Bewohnerin ein Mal 50 Euro weggenommen, sagte die bisher unbescholtene Frau zu Richter Philipp Grosser.

"Die beiden waren nicht in ihrem Zimmer. Ich habe nur genommen, was ich gebraucht habe, und habe mich dann selbst geschimpft, warum ich das gemacht habe", erklärte die Türkin, die ohne Verteidiger zur Verhandlung gekommen war. "Es tut mir leid. Ich habe gesagt, dass ich das zurückzahle." Den Vorwurf, sie hätte einer Kollegin 670 Euro gestohlen, bestritt die Angeklagte.

Zum Motiv sagte die 25-Jährige, sie habe sich verschuldet, weil sie für einen Freund einen Kredit in Höhe von 6000 Euro aufgenommen und die Zahnsanierung für ihre zwei kleinen Kinder 2000 Euro gekostet habe. "Mir ist es damals nicht gut gegangen. Ich hatte überall Schulden. Manchmal habe ich nur zehn Euro gehabt." Und ja, es stimme, sie habe ein iPhone in einem Salzburger Einkaufszentrum gestohlen.

Der Richter gab zu bedenken, dass einige Heimbewohner nicht zu den angeklagten Diebstählen befragt werden können, da sie entweder stark dement oder bereits verstorben seien. Er vertagte die Verhandlung zur Einvernahme von zwei Zeuginnen. Eine davon, eine Stationsleiterin des Heimes, hatte sich am Montag wegen Krankheit entschuldigt.

Quelle: APA

Aufgerufen am 30.09.2020 um 06:53 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/prozess-gegen-pflegehelferin-wegen-serienweiser-diebstaehle-in-tennengauer-seniorenheim-83589019

karriere.SN.at

Kommentare

Schlagzeilen