Chronik

Prozess um Tötung von Roland Krenn startet am 19. April in Salzburg

Ex-Pärchen und einem Wirt werden Mord, Raub und Einbruchsdiebstahl vorgeworfen - Laut Anklage auf Nachlass des wohlhabenden Opfers abgesehen - Trio bestreitet Mordabsicht.

Sein Verschwinden wurde zu einem der mysteriösen Kriminalfall: Roland Krenn. SN/polizei
Sein Verschwinden wurde zu einem der mysteriösen Kriminalfall: Roland Krenn.

In Salzburg startet am 19. April der Prozess um die mutmaßliche Ermordung eines wohlhabenden Salzburgers. Die Leiche von Roland K. wurde im Mai 2017 in einem Schweinestall im Innviertel entdeckt. Nach mühsamen Ermittlungen wurde der Besitzer des Anwesens und ein mit ihm befreundetes Pärchen aus Salzburg angeklagt. Die drei sollen den Nachlass des 63-Jährigen im Visier gehabt haben.

Mord, Raub und Einbruchsdiebstahl lauten die Vorwürfe gegen die drei Beschuldigten. Ein 24-jähriger Musiker und dessen damalige, mittlerweile 21-jährige Freundin sollen K. in dessen Villa in der Stadt Salzburg am 19. Juli 2016 ermordet haben. Der Eigentümer des aufgelassenen Schweinstalls in Oberösterreich, ein 29-jähriger Wirt, habe das Paar zu der Tat angestiftet. Das Motiv sei gewesen, aus Mitteln der Erbschaft ein schönes Leben zu führen. K. wollte den Musiker offenbar zu seinem "Universalerben" machen.

Die drei Flachgauer, die sich alle in Untersuchungshaft befinden, bestreiten den Mordvorwurf. Laut Staatsanwaltschaft Salzburg war geplant, dass der Musiker nach der Tat Wertgegenstände und Bargeld aus der Villa des Akademikers holt und so dem Wirt die rund 10.000 Euro zurückgibt, die er für den Konsum von Drogen und Spirituosen dem Gastronom noch schuldete.

Die Anklage liest sich wie das Drehbuch eines Kriminalfilms: Roland K. wurde am 19. Juli 2016 vom Musiker und seiner Freundin in deren Wohnung im Flachgau zum Essen eingeladen. Sie boten dem Akademiker auch Alkohol und Schokopralinen an. In die selbst gemachte Confiserie mischten sie das Schlafmittel Noctamid. Nach dem Dinner fuhren sie den schläfrig gewordenen Salzburger zurück in seine Villa nach Salzburg. Dort klebten sie ihm den Mund mit einem Klebeband zu, fixierten seine Hände und Füße mit Kabelbindern und ließen ihn hilflos im Keller zurück.

Der Musiker kehrte der Anklage zufolge nochmals zum Tatort zurück. K. war bereits tot. Der 24-Jährige soll dann gemeinsam mit dem Wirt die Villa "ausgeräumt" haben. Das Diebesgutes hat einen Wert von über 5.000 Euro. Gestohlen wurde auch ein Teddybär, in dem offenbar das Opfer Gold von unbekanntem Wert versteckt hatte. Bereits unmittelbar nach der Tat hätten der Musiker und seine Freundin einen weiteren Teddybären und einen Schlüsselanhänger mitgenommen.

Rund zehn Monate nach der Tat wurde die Leiche am 12. Mai 2017 in dem Schweinestall von Ermittlern gefunden, nachdem der Musiker bereits in Verdacht geraten war und Angaben zum Fundort gemacht hatte. Die Todesursache konnte wegen der fortgeschrittenen Verwesung der Leiche nicht mehr eindeutig geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass K. durch die Kombination aus Alkohol, Schlafmitteln, Fesseln und Knebeln gestorben ist.

Die 21-jährige Beschuldigte soll aus Liebe zu ihrem damaligen Freund mitgemacht haben. Doch die Frau erklärte vor der Polizei, sie habe mit der Tat nichts zu tun. Ihr Ex-Freund habe sie aus Eifersucht belastet. Dieser legte nach anfänglichem Leugnen und mehreren Tatversionen ein Geständnis in Richtung eines Raubvorsatzes ab, bestritt aber eine Tötungsabsicht. Der Wirt beteuerte gänzlich seine Unschuld. Er gab an, die Leiche sei ihm "untergeschoben" worden.

Die Staatsanwaltschaft beantragte die Einweisung des Musikers in eine Anstalt für geistig abnorme, zurechnungsfähige Rechtsbrecher. Der für sechs Tage anberaumte Geschworenen-Prozess am Landesgericht Salzburg wird von Richter Christian Ureutz geleitet. Die Verhandlung beginnt am 19. April um 9.30 Uhr im Saal E18. Als weitere Prozesstage sind der 24. und 25. April sowie der 2., 3. und 8. Mai jeweils ab 9.30 Uhr vorgesehen. Für die Verhandlung wurden vier Gutachter und vorerst acht Zeugen beantragt.

Quelle: SN

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