Chronik

Prozess um Überfall auf Villa von Juwelierfamilie in Salzburg: Opfer belastet einen Angeklagten schwer

Am Donnerstag wurde am Salzburger Landesgericht der Prozess um einen brutalen wie Aufsehen erregenden Raubüberfall am Heuberg bei Koppl fortgesetzt. Die überfallene Juwelierin sagte aus, der nicht geständige Angeklagte sei "sicher einer der Täter". Insgesamt stehen zwei Tschechen vor den Geschworenen - einer ist geständig, einer nicht - er behauptet, zur Tatzeit am 15. August 2019 in Prag gewesen zu sein.

Symbolbild.  SN/apa
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Zwar nicht zu einem Urteil, aber zu einer bemerkenswerten Zeugenaussage kam es Donnerstag im fortgesetzten Geschworenenprozess gegen zwei Tschechen, die mit einem unbekannten Komplizen am 15. August 2019 die Salzburger Juwelierfamilie Jacke-Nadler in deren Villa auf dem Heuberg bei Koppl brutal überfallen haben sollen.

Dem 43-jährigen Erstangeklagten und dem 40-jährigen Zweitangeklagten, beide aus Prag und schwer vorbestraft, wird erpresserische Entführung, schwerer Raub und Brandstiftung angelastet. Zum Prozessauftakt vor rund sechs Wochen hatte der 43-Jährige trotz schwerer Belastung durch etliche DNA-Spuren von ihm am Tatort jede Tatbeteiligung bestritten und beteuert, er sei am Tattag in Prag gewesen. Sein 40-jähriger Landsmann hingegen gab zu, an dem Coup mitgewirkt zu haben.

Insgesamt drei maskierte Täter, einer mit einer Pistole bewaffnet, hatten damals am Vormittag Juwelierin Annaliesa Jacke-Nadler und ihren Gatten Philipp Jacke sowie ihre zwei kleinen Töchter und das Au-pair-Mädchen in der Villa überfallen. Am ersten Prozesstag sagten auch die Juwelierin und ihr Gatte (vertreten von Opferanwalt Stefan Rieder) aus. Am Donnerstag trat Annaliesa Nadler nun erneut für eine ergänzende Anhörung in den Zeugenstand. Sie berichtete dabei dem Geschworenensenat (Vorsitz: Richterin Ilona Schalwich-Mózes), dass sie sich nunmehr "ganz sicher" sei, dass der nicht geständige 43-Jährige "einer der drei Täter ist, die damals im Haus waren". Die Geschäftsfrau wörtlich: "Nach meiner Vernehmung am ersten Verhandlungstag bin ich im Gerichtssaal geblieben und habe den Erstangeklagten genau beobachtet und angehört. Seine Stimmlage, die Farbe seiner Stimme, seine Bewegungen, seine Haltung: ich bin überzeugt, dass er dabei war - auch wenn alle drei Täter Masken trugen. Er war derjenige der Täter, der mit mir damals auf englisch kommuniziert hat."

Der 43-jährige Erstangeklagte (Verfahrenshelfer: RA Tobias Mitterauer) wies die belastende Aussage zurück: "Ich war nie in dieser Villa und habe nie mit dieser Frau gesprochen. Ich kann kaum Englisch."

Apropos Erstangeklagter. Die drei von ihm genannten Alibizeugen aus Tschechien, die angeblich bestätigen können, dass er sich am Tattag in Prag in einer Autofirma ein Auto ausgeliehen habe, erschienen Donnerstag nicht zum Prozess. Die Richterin vertagte erneut - und zwar auf den 21. September.

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