Chronik

Qualität braucht es auch am Pistenrand

Nach Rekordinvestitionen wartet Ski amadé auf weißes Gold von Frau Holle oder aus den Kanonen.

Nicht nur Lifte und Skipisten entscheiden über einen gelungenen Skitag. Ski Amadé
Nicht nur Lifte und Skipisten entscheiden über einen gelungenen Skitag.

Die Bergbahngesellschaften der Ski amadé investierten in diesem Jahr rund 108 Millionen Euro in neue Aufstiegshilfen, Pistenqualität und technische Beschneiung. Letzterer "Posten" beläuft sich auf rund ein Viertel der Gesamtsumme.

In einem Zeitraum von rund zwölf Jahren flossen eine Milliarde Euro in den Pistenausbau in der Region. Wohin das führt und worin der Sinn solcher Maßnahmen liegt, darüber sprachen die "Pongauer Nachrichten" mit dem Managing Director des Verbundes, Christoph Eisinger, in der Amadé-Geschäftsstelle am Prähauserplatz im runderneuerten Stadtzentrum von Radstadt. Die vier Investitionsschwerpunkte, was Liftanlagen betrifft, waren in diesem Sommer die Schlossalm Bad Hofgastein, die Anbindung vom Dorf Maria Alm an die Hochkönig-Skischaukel, der verlängerte und neu trassierte Sonntagskogel II in St. Johann-Alpendorf und der Hopsi-Express: Das ist ein Schrägaufzug von der Planai-Bergstation ins Kinder-Skigebiet in Schladming.

Wenn man an den Gabühel in Dienten, Flying Mozart in Wagrain, die neue Planaibahn in Schladming, die zweite Skischaukel Großarl-Dorfgastein über das Kieserl oder die Verbindung Flachau-Flachauwinkl denkt, dann ist klar, dass in den kommenden Jahren die Investitionssummen ähnlich atemberaubend sind.

Christoph Eisinger meint dazu: "Die Maßnahmen in diesem Sommer und die genannten für die nähere Zukunft stehen alle unter dem Motto Qualitätsverbesserung und nicht unbedingt Erweiterung. Der bisherige Sonntagskogellift war ein Nadelöhr. In Maria Alm hat der Skibus in weiten Teilen durch die neue Bahn ausgedient. Hofgastein war höchst an der Zeit und Schladming ist ein Beispiel, wie in die Kundenorientierung für junge Skigäste investiert wird. Das Skigebiet in Großarl-Dorfgastein wächst letztlich mit den Gäste-Nächtigungszahlen in den beiden Gemeinden. Die Flying Mozart am Wagrainer Kirchboden ist in die Jahre gekommen. Die Verbindung Flachau-Flachauwinkl ist wesentlich effizienter als es eine angedachte Megagondel gewesen wäre. Bei all den Maßnahmen ist festzustellen, dass sie dem Erhalt unserer internationalen Spitzenposition dienen. Andere Regionen rüsten atemberaubend auf."

Ski fahren allein, sind sich die Tourismusexperten einig, genügt nicht. Darum ist die Produktentwicklung ein Hauptthema im Verbund. Auf dem Gebiet zeigte sich das Amadé-Team zuletzt besonders ideenreich. Der Manager: "Genuss-Skifahren betrifft beispielsweise die Kulinarik auf dem Skiberg. Hier sind wir mit dem höchstgelegenen Bauernmarkt, mit Wein- und Skigenuss und Make my Day schon gut aufgestellt. Das Themengebiet haben wir für die kommende Saison mit Skigenuss-Routen kulinarisch erweitert. Via App führen wir den Skigast zu ausgewählten Plätzen, wo ihm Spezialitäten der Region angeboten werden: Das reicht von Klassikern bis hin zum selbst gemachten Kräuterlikör oder der speziellen Eierspeise. Solche Genusstouren führen beispielsweise entlang der Königstour zwischen dem Pongau und Pinzgau."

Dass nicht alle Amadé-Ideen auf fruchtbaren Boden fielen, zeigt die digitale Skibrille. Weniger als ein Prozent der Skifahrer nützen sie. Eisiger: "Vorteil war, dass wir dafür eine Navigationssoftware entwickelt haben. Diese setzen wir nun in der neuen App ein, aktuell ein wichtiger Schritt auf dem Digitalsektor: Eine fotorealistische Karte macht die Orientierung im Skigebiet einfacher, weil der Skigast nicht nur Stangen und Pfeile, sondern realistische Bilder auf seinem Handy zur vereinfachten Streckenwahl erkennt."

Zur weiteren Belebung der Funparks wurde ein Bewerb ausgeschrieben. Acht Mal im Winter findet so ein "Cash for tricks"-Event statt, bei dem Jugendliche sich anmelden können und in den Parks für gelungene Figuren - vor einer Jury - Bargeld erhalten.

Auf die Frage, wo "immer schneller, höher und weiter auf unseren Pisten" hinführt, meint Eisiger: "Vorrang muss die Qualitätsverbesserung haben. Ein gewisses Wachstum ist aber sicher noch möglich sowie eine sinnvolle Vernetzung der Angebote im Wintertourismus. Unsere Skiorte sind nach wie vor homogen - mit dörflichem Vereinsleben, mit Tradition und Bodenständigkeit. Das Verhältnis Einheimische zu Gästebetten ist noch halbwegs überschaubar. Darin liegt aber wohl die größte Herausforderung für die Zukunft: Dass gut bezahltes Urlaubserlebnis für den Gast verträglich für die Einheimischen ist."

Aufgerufen am 21.11.2018 um 09:07 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/qualitaet-braucht-es-auch-am-pistenrand-60587734

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