Chronik

Rathgeber: "Bin zum Teil für Katastrophe verantwortlich"

Monika Rathgeber hat ihr "biografisches Sachbuch" mit dem Titel "Am System zerbrochen" in Salzburg vorgestellt. Der Medienandrang war enorm. Rathgeber räumte ein, am Finanz-Desaster mit Schuld zu sein.

Zwar habe Monika Rathgeber sich gewünscht, "dieses Buch nie schreiben zu müssen" - doch nun stellte sie es der Öffentlichkeit vor: "Das Buch ist beinahe therapeutisch", sagte ihr Anwalt bei der Präsentation und betonte, dass der Inhalt Rathgebers Sicht der Dinge spiegle und deshalb 100 Prozent wahr sei.

"Zum Teil bin auch ich für die Katastrophe verantwortlich, die dem Land passiert ist", sagte die ehemalige Finanzmanagerin.Rathgeber: "Buch soll Warnung sein" Die Ereignisse der Monate vor dem Skandal habe die Neo-Autorin eigentlich erst nur für sich selbst notiert. Ihr Umfeld habe sie dann bestärkt, alles zu veröffentlichen. "Die Leute sollen erfahren, was passiert, wenn man beim Land Salzburg kritisch hinterfragt und Weisungen verweigert. Das Buch soll eine Warnung sein", so Rathgeber.

Auf den ersten Seiten finden sich gleich jene Ereignisse, die nach dem 6. Dezember 2012 passiert sind: Seit diesem Tag steht die gebürtige Oberösterreicherin im Mittelpunkt des Interesses und gilt als Schlüsselfigur im Salzburger Finanzskandal. Der frühere Landesfinanzreferent David Brenner (SPÖ) hatte die ehemalige Finanzmanagerin des Landes Salzburg damals beschuldigt, am Verschwinden von rund 340 Mill. Euro beteiligt zu sein. "Gute Seite": "Konnte Leben hinterfragen" Rechtlich sei das Buch vielleicht nicht der klügste Schritt, räumte Rathgeber (42) ein - immerhin schreibe sie auch über ihre eigenen Fehler: Sie habe Unterschriften kopiert und das Gegenteil von Weisungen gemacht. Zu den Millionenverlusten machte sie keine Angabe.

Allerdings habe der Finanzskandal für sie auch "seine gute Seite", immerhin konnte sie so ihr Leben hinterfragen. Ob sie beruflich weiterhin im Finanzbereich bleibe, ließ sie offen. Im vergangenen Jahr habe sie von ihrer Arbeitslosenunterstützung gelebt.
Fest stehe, dass das Buch keine Abrechnung sei und sie damit auch kein Geld verdienen wolle. Sie sehe es vielmehr als Warnung, damit andere nicht dasselbe Schicksal erleiden müssten wie sie.

Quelle: SN

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