Chronik

Rauchern geht die Luft aus

Pongaus Wirte reagieren höchst unterschiedlich auf das Rauchverbot: Von "Zeit wird's" bis hin zur totalen Ablehnung.

Die Bar "NachtABOtheke" ist eine der Raucherbastionen in der Bezirkshauptstadt. Dazu der Besitzer Hermann Weich: "70 Prozent meiner Gäste sind Raucher, die 3o Prozent Nichtraucher stört das nicht, die kommen trotzdem. Bei mir wird geraucht, so lange es irgendwie geht", erklärt Weich. Er selbst raucht übrigens auch gern und viel: "Ungefähr 40 Gitanes am Tag. Nach der neuen Regelung müsste ich aus meinem eigenen Lokal rausgehen, um zu rauchen, völlig absurd, da komme ich nicht mehr zum Arbeiten."

In das Gespräch mit dem Wirt mischt sich ein Stammgast ein: "Das Rauchverbot ist ja eine Entmündigung und Diktatur. Alles wird einem angeschafft oder verboten, das ist alles Schwachsinn."

Weich war und ist mit seiner Entscheidung, seinen Betrieb als Raucherlokal zu führen, bisher noch auf rechtlich sicherem Terrain, da die Größe seines Betriebs unter 50 m2 liegt. Das heißt, er hatte die freie Wahl, ob er sein Lokal als Raucher- oder Nichtraucherbetrieb führt. Bei einer Größe über 50 m2 gab es die Möglichkeit des totalen Rauchverbots oder aber des abgetrennten Raucherbereichs. Diese Regelung wurde - höflich formuliert - teils recht locker ausgelegt.

Den Gastwirten war und ist durchaus klar, dass sie sich dabei auf dünnem Eis bewegen. Dazu ein Pongauer Gastronom: "Ich will meinen Namen eigentlich nicht in der Zeitung sehen, denn wir bewegen uns seit Jahren hinsichtlich der Raucherregelung in einem Graubereich", meint der Wirt und erklärt: "Bei uns ist im Barbereich auf Wunsch vieler Stammgäste das Rauchen erlaubt. Die Situation ist aber nicht optimal. Wir bekommen Beschwerden von nichtrauchenden Gästen, die sich belästigt fühlen, gleichzeitig regen sich aber auch die Raucher auf, weil sie nur in einem kleinem Bereich rauchen dürfen. Ich bin froh, das es jetzt eine eindeutige gesetzliche Lösung gibt. Nach ein paar Monaten redet kein Mensch mehr davon, überall anders funktioniert es ja auch", so der Wirt.

Einer, der schon früh auf Nichtraucherlokale gesetzt hat, ist Jozsef "Joe" Györffy. Im April 2017 eröffnete er sein kleines Lokal Papa Joe in der St. Johanner Leo-Neumayer-Straße: Für ihn stand von Anfang an fest, dass sein Lokal rauchfrei sein sollte. "Raucherlokale sind einfach nicht mehr zeitgemäß, das passt nicht mehr", so Györffy.

Diese Erkenntnis setzte sich bei ihm schon früh durch. Er war lange Jahre Geschäftsführer des St. Johanner Cavalli. 2010 hatte ihm der Besitzer die Wahl gelassen, ob er einen Raucherbereich einführen oder das Cavalli komplett als Nichtraucherlokal führen wolle. Györffy: "Ich habe mich gegen das Rauchen entschieden. Die ersten Monate waren recht hart und ich hatte schon an meiner Entscheidung gezweifelt, denn das Bargeschäft ist zurückgegangen. Aber dann ist im gleichen Maß das Restaurantgeschäft angestiegen. Nach einer durchwachsenen Anfangsphase hat es dann also wieder gepasst."

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