Chronik

Razzia in Fuschl: Verdächtiger führte Gespräche über einen terroristischen Anschlag in Salzburg

Im Zuge des Polizeieinsatzes in Fuschl am See wurde am Montag ein 25-jähriger Marokkaner verhaftet. Er wird laufend verhört. Die Polizei in Salzburg verstärkt ihre Präsenz an neuralgischen Orten.

Die Staatsanwaltschaft Salzburg ermittelt gegen den am gestrigen Montag in einem Flüchtlingsheim in Fuschl festgenommenen 25-jährigen Marokkaner wegen des Verdachtes der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung (Paragraf 278b des Strafgesetzbuches). Das erklärte Staatsanwaltschaftssprecher Robert Holzleitner am Dienstag. "Der Polizei sind im vergangenen Monat Informationen zugegangen, dass vorerst unbekannte Männer Gespräche über einen mutmaßlich terroristischen Anschlag in Salzburg in der Zeit um Weihnachten/Sylvester geführt haben", heißt es in einer Aussendung der Staatsanwaltschaft. Der 25-Jährige soll "derartige Gespräche mit anderen Personen seines Umfelds" geführt haben.

Bei der Hausdurchsuchung in Fuschl am Montag seien allerdings "keine für die Durchführung eines Anschlages erforderlichen Materialien" zum Vorschein gekommen. Die restlichen Bewohner des Flüchtlingsheims würden in des nicht verdächtigt werden, an einer terroristischen Vereinigung beteiligt gewesen zu sein. Elektronische Geräte wie zum Beispiels Handys seien sichergestellt worden. Weitere Details gab die Staatsanwaltschaft noch nicht bekannt. Die Erhebungen laufen bereits seit November. Ermittelt wird derzeit auch im Umfeld des verdächtigen Marokkaners.

Auch Landespolizeidirektor Franz Ruf bestätigte Ermittlungen wegen des Verdachtes einer terroristischen Vereinigung. Der 25-jährige Verdächtige habe eine "schwere Straftat" geplant. Diese hätte zu Weihnachten oder Silvester durchgeführt werden sollen.

Untersuchungshaft für 25-Jährigen

Indes wurde für den 25-Jährigen Marokkaner die Untersuchungshaft beantragt. Die Auswertung aller bei ihm gefundenen Datenträger laufe auf Hochtouren, erklärte der Pressesprecher der Polizei, Michael Rausch. Die Polizei hielt sich auch am Dienstag noch bedeckt. Der Mann werde, in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft, laufend einvernommen, sagt Rausch. Auch nach dem Einsatz in Fuschl gelte aber: Es gebe keine Hinweise auf konkret geplante Terroranschläge in Salzburg oder Österreich. Ebenfalls in Abstimmung mit dem Innenministerium würde die Polizeipräsenz an neuralgischen Plätzen erhöht. "Sichtbar und unsichtbar. Es sind auch viele Kollegen in Zivil im Einsatz", so Rausch.

Peter Gridling, der Direktor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) erklärte am Dienstag zum Fall Fuschl: "Wir haben jetzt nichts gefunden, was unmittelbar auf eine Gefährdung hindeuten würde." Konkret sagte Gridling, es seien keine Waffen oder Sprengstoff bei dem Marokkaner gefunden worden.

Haslauer spricht über Berlin - und Fuschl

Landeshauptmann Wilfried Haslauer nahm via Facebook am Dienstag Stellung. Er drückte den Angehörigen der Opfer des Berlin-Attentats am Montagabend seine Anteilnahme aus. Und sprach auch über den Fall Fuschl. "Der gestrige Einsatz in Fuschl zeigt, dass unsere Polizei intensiv ermittelt und konsequent handelt, wenn unsere Sicherheit in Gefahr ist", schrieb er.

Flüchtlingsheim in Fuschl geräumt

Mit einem spektakulären Einsatz räumten am Montag in der Früh Polizeibeamte von Sonderabteilungen die Flüchtlingsunterkunft in Fuschl am See. Alle neun Bewohner, Flüchtlinge aus dem Irak, Iran, Afghanistan sowie Marokko, wurden abgeführt. Man habe Informationen erhalten, dass eine "schwere Straftat" zwischen Weihnachten und Neujahr in Salzburg passieren solle. Hauptverdächtig ist ein 25-jähriger Marokkaner, dessen Asylbescheid bereits in der 2. Instanz abgelehnt wurde, so die Darstellung der Polizei. Die acht Mitbewohner des Marokkaners befinden sich mittlerweile auf freiem Fuß. Sie wurden ins Flussbauamt Salzburg gebracht. Die Asylunterkunft Fuschl ist jetzt leer.

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.09.2018 um 05:59 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/razzia-in-fuschl-verdaechtiger-fuehrte-gespraeche-ueber-einen-terroristischen-anschlag-in-salzburg-594907

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