Chronik

Razzia in Glücksspielszene - Polizei beschlagnahmte Automaten, Geld und "Sturmgewehr"

Bei einer großangelegten österreichweiten Razzia in der Glücksspielszene hat die Polizei Freitagfrüh drei Verdächtige festgenommen. Die Fäden der Zockerbande liefen in Salzburg zusammen.

Diese Gegenstände beschlagnahmten die Beamten bei der Razzia. SN/lpd salzburg
Diese Gegenstände beschlagnahmten die Beamten bei der Razzia.

Nach monatelangen Ermittlungen des Landeskriminalamtes Salzburg (in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt und den Finanzbehörden) erfolgte Freitagfrüh ein österreichweiter und koordinierter Zugriff auf 34 Objekte in Salzburg (28), Oberösterreich (4) und Wien (2).

Die Amtshandlung trug die passende Bezeichnung "Operation Jackpot"...

Bei den Objekten handelte es sich um Glückspiellokale, Geschäftsräume und Wohnungen. Dabei nahmen Polizisten die beiden hauptbeschuldigten Österreicher im Alter von 26 und 27 Jahren und einen weiteren tatverdächtigen Österreicher im Alter von 44 Jahren fest. An dem Einsatz waren annähernd 250 Polizeibeamte, 45 Beamte der Finanzpolizei und 25 Beamte des Finanzamtes eingesetzt.

Diese Gegenstände beschlagnahmten die Beamten bei der Razzia. SN/lpd salzburg
Diese Gegenstände beschlagnahmten die Beamten bei der Razzia.

Als Ergebnis der Durchsuchungen stellten die Ermittler 177 Glückspielgeräte mit einer unbestimmten Mengen an Bargeld, mehrere Safes und Wertbehältnisse mit noch unbekanntem Inhalt, ungefähr 45.000 Euro Bargeld, 49 hochpreisige Luxusuhren im Wert von mehreren 100.000 Euro, zahlreiche elektronische Geräte, umfangreiche Geschäftsunterlagen, eine Pistole und eine Langwaffe sicher.

Bei dieser Langwaffe handelt es sich übrigens um eine Art Jagdgewehr, das allerdings im Design einem militärischen Kalaschnikow-Sturmgewehr nachempfunden ist. Die Waffe selbst ist ab 18 Jahren frei erwerbbar, für das aufgesteckte große Magazin (30 Patronen) ist jedoch eine behördliche Bewilligung nach dem Waffengesetz (§ 17, Absatz 1, Ziffer 7) erforderlich. Der Hersteller preist sie als "halbautomatische Selbstladebüchse aus ziviler Neufertigung des legendären Automat Kalaschnikov, sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, hervorragende Schussleistung mit SURPLUS Munition" an.

Automaten waren manipuliert

Die Ermittlungen gegen die drei Festgenommenen sowie die weiteren Tatverdächtigen laufen wegen des Verdachtes, die in den Glückspiellokalen aufgestellten Glückspielgeräte technisch manipuliert zu haben, um den Gewinn zu maximieren.

Bei der Staatsanwaltschaft Salzburg laufen die Ermittlungen unter dem Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung, der Geldwäscherei, des betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauchs, des Glücksspiels, wegen Übertretungen nach dem Waffengesetz und zudem wegen diverser Finanzdelikte.

Quelle: SN

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