Chronik

Regen sorgt derzeit noch für erhebliche Lawinengefahr

Schon ab dem Christtag sollte es in Salzburgs Wintersportorten bei Sonnenschein und Neuschnee perfekte Bedingungen geben. Abseits der gesicherten Pisten warnen Experten vor Nassschneelawinen.

 SN/gerald stoiber

Es sei die Warmfront aus dem Westen gewesen, die in Salzburg kurz vor Weihnachten für viel Regen gesorgt habe, sagte am Sonntag Michael Butschek vom Salzburger Lawinenwarndienst des Landes. "Am Wochenende sind beispielsweise in Mattsee binnen 24 Stunden zwischen 20 und 30 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, im inneralpinen Bereich sind es immerhin zwischen zehn und 15 Liter Regen gewesen", so der Meteorologe. So habe es im Bereich der Tauern bis auf eine Höhe von 2000 Meter geregnet und den Schnee ordentlich durchnässt.

Aus diesem Grund herrsche derzeit Lawinenwarnstufe 3 (erhebliche Gefahr, Anm.), weil unterhalb von 2000 Meter die Wärme und der Regen die Schneedecke geschwächt hätten und spontane Nassschneelawinen teilweise vom Grund weg möglich seien. "Oberhalb von etwa 2000 Meter sorgen Neuschnee und Windeinfluss für umfangreichen und störanfälligen Triebschnee vor allem im erweiterten Nord- und Ostsektor. Eine Auslösung ist bereits durch einzelne Wintersportler möglich", so Michael Butschek, der für die Weihnachtswoche auch positive Aussichten parat hielt.

Am Christtag bringe eine Kaltfront Schnee bis ins Tal. Im Bereich der Tauern erwartet der Meteorologe zwischen einem halben und dreiviertel Meter Neuschnee, im Hochkönigmassiv bis zu 60 Zentimeter. "Also ideale Voraussetzungen für die Skifahrer, denn auch die Wetterlage werde durch Hochdruckeinfluss wieder stabil und der Wind spürbar nachlassen", sagte Butschek. So erwarte er für den kommenden Stephanitag und Donnerstag viel Sonnenschein in den Bergen. Abseits des gesicherten Skiraumes rät der Experte dennoch zur Vorsicht: Durch gefrorene Regenkrusten beziehungsweise Regeneis könnten sich unterhalb des Neuschnees schwache Schichten bilden. In diesem frischen Triebschnee könnte schon eine geringste Zusatzbelastung eine Lawine auslösen. "Wer sich in den kommenden Tagen abseits der gesicherten Pisten, vor allem oberhalb der Waldgrenze ab etwa 1800 Meter Seehöhe bewegen möchte, sollte jedenfalls die nötige Erfahrung in der Gefahrenbeurteilung mitbringen und die Einstufungen der Lawinenwarndienste beachten", betonte Michael Butschek.

Dafür gibt es eine neue Plattform im Internet: Auf der länderübergreifenden Infoschiene der Lawinenwarndienste Salzburg, Tirol und Steiermark können unter www.lawis.at die aktuellsten Wetterdaten sowie Schneedeckenuntersuchungen auch auf Handys angesehen werden.

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