Chronik

Retter mit nasser Schnauze

Bei den Einsätzen der Salzburger Bergrettung sind sie unverzichtbar: die Lawinenhunde. Sie sind schnell, effektiv und punktgenau in ihrer Anzeige von Verschütteten oder Vermissten. Kürzlich trainierten sie in Obertauern für ihre Winterarbeit.

Einige Hundeführer der Salzburger Bergrettung mit ihren Vierbeinern am Tauern.  SN/sw/riedler
Einige Hundeführer der Salzburger Bergrettung mit ihren Vierbeinern am Tauern. 

Der schwarze Flat Coated Retriever Falco läuft freudig am steilen Hang am Tauern kreuz und quer. Plötzlich stoppt er, schnüffelt freudig, wedelt mit dem Schwanz und beginnt zu bellen.

Er ist auf Menschengeruch unter der Schneedecke gestoßen. Kurz darauf folgt der Bergrettungshundeführer Helmut Aschbacher und lobt Falco überschwänglich.

Der Bergrettungshund hat wie die restlichen Vierbeiner in diesem Jahr zum ersten Mal wieder auf einem künstlichen Lawinenfeld gesucht und seinem "Herrl" einen "Verschütteten" angezeigt.

"Wir starten zu Beginn jeder Saison wieder mit Motivationsarbeit", sagt Christian Binggl, der Ausbildungsleiter der Bergrettungshunde, der diese Übung organisiert hat.

Mit Unterstützung von Pistenchef und Bergretter Michael Koch werden einige der Hundeteams auch mit Quad und Skidoo auf das Lawinenfeld gefahren. Denn im Ernstfall muss der Transport schnell gehen: am Schlepplift auf der Schulter, im Pistenfahrzeug oder mit dem Hubschrauber. Doch immer ist es für die Hunde ein Spiel mit möglichst einfachen Übungen. "Die Begeisterung an der Sucharbeit ist die wichtigste Voraussetzung. Den Spaß am Suchen und Finden dürfen sie dabei nie verlieren."

Je früher Welpen mit ihren späteren Aufgaben vertraut werden, umso leichter lernen sie. Besonders wichtig sind stressfreie Phasen des Lernens beispielsweise zwischen der achten und der 16. Lebenswoche.

"Was der Hund hier lernt, das bleibt ihm immer in Erinnerung", so der Ausbilder.

Die Anforderungen an einen Einsatzhund sind dann groß, er muss auf einem Lawinenfeld rasch und schnell Verschüttete finden, die oft sehr tief im Schnee begraben sein können.

Trotz Notfallausrüstung wie Lawinenverschüttetengerät, Sonde und Schaufel, sind die Suchhunde der Bergrettung unverzichtbar. Es gilt immer so rasch wie möglich bei einem Lawinenunfall das Hundeteam mit Hubschrauber oder anderen Transportmittel zum Unglücksort zu bringen. Ein guter Bergrettungshund ist dann jede Stunde, die sein Halter in das Training investiert hat, wert. So konnten schon einige Lawinenopfer rasch gefunden werden.

Aufgerufen am 22.01.2021 um 12:14 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/retter-mit-nasser-schnauze-80245630

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