Chronik

Rösser wurden in Abtenau ver- und ersteigert

Bei der Versteigerung am Rösslmarkt in Abtenau fanden sich nicht nur Pferdefreunde ein.

"Wenn du gerne ein Problem hast, dann kauf dir ein Pferd", sagte ein Tierarzt zu einem Züchter. Das dürfte jedoch nicht stimmen, denn viele Noriker- und Haflinger-Züchter und auch Pferdenarren sind nach Abtenau gekommen, um Fohlen zu verkaufen oder zu ersteigern.

Pferdezucht aus Leidenschaft

Matthias Reiter, Obmannstellvertreter des "Noriker Zuchtvereins P6" ist wie viele andere Züchter aus Leidenschaft: "1967 war ich acht Jahre alt, als unser Pferd durch einen Traktor ersetzt wurde. Erst zum 40. Geburtstag bekam ich endlich wieder ein Fohlen. Seit 20 Jahren ist das nun mein Hobby." Reiter besitzt drei Noriker, eines davon ist das Fohlen Mephisto Nero, das er am Rösslmarkt versteigern will. Auch für Helmut Kreuzberger und Birgit Salchegger aus Vigaun sind Pferde ein Hobby: Nicht nur beim Brauchtumsschnalzen, sondern auch bei Kutschenfahrten haben sie mit den Tieren zu tun. Sie möchten ihr Dunkelfuchsfohlen Lory versteigern.

Noch ein Fohlen für den Bauernhof

Christian Lanner ist mit seiner Frau und fünfjährigen Tochter gekommen, um ein Fohlen zu ersteigern: "Wir haben bereits ein Pony daheim am Bauernhof, wo wir auch Hochlandrinder züchten. Nun möchten wir noch ein Fohlen dazu." Wer Glück hatte, der konnte Lucy gewinnen. Sie gehört Herbert und Andrea Kainhofer und wurde den beiden vom "Noriker Zuchtverein P6 Abtenau-Rußbach" abgekauft, um am Rösslmarkt verlost zu werden. Fällt es nicht schwer, ein gezüchtetes Fohlen herzugeben? "Man kann sich ja nicht alles behalten", sagen alle Züchter unisono.

Tierschützer waren vor Ort

Auch Tierschützer vom Verein "RespekTiere" waren präsent: "Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass viele Fohlen, die nicht verkauft werden, ins Ausland kommen und dort geschlachtet und verarbeitet werden. Das ist nicht schön. Positiv ist allerdings, dass sich die Umstände für die Tiere bei der Versteigerung verbessert haben." Matthias Reiter meint dazu: "Damals wurden einige Fohlen ins Ausland verkauft und geschlachtet. Das ist nicht mehr so. Und: Kein Pferdeliebhaber würde ein Pferd essen, geschweige denn schlachten lassen."

Den Markt gibt es seit 1898. Mit der Zeit ist er kleiner geworden, weil heute weniger gezüchtet wird. Bei der Veranstaltung fanden übrigens 37 Fohlen einen neuen Besitzer.

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