Chronik

Rosenkavalier mit falschen Papieren - Polizei verhinderte ein Date in Salzburg

Ausgestattet mit Konfekt und einem Strauß Rosen, hat sich ein 22-jähriger Serbe auf der Anreise zu seiner "Auserwählten" nach Salzburg befunden. Statt eines romantischen Stelldicheins droht dem Mann nun die Abschiebung aus Deutschland.

Die Grenzpolizisten in Piding bewiesen einmal mehr einen guten Riecher. SN/bayerische polizei
Die Grenzpolizisten in Piding bewiesen einmal mehr einen guten Riecher.

"Er hatte wohl etwas Größeres vor", meldete die bayerische Polizei am Montag etwas doppeldeutig. Doch Pidinger Schleierfahnder zeigten sich als Spielverderber und überführten den seit Jahren mit falscher kroatischer Identität in Darmstadt lebenden Mann.

Die Vorgeschichte: Am Samstagvormittag stoppte eine Streifenbesatzung der Grenzpolizei den Alleinfahrer in einem BMW mit deutscher Zulassung an der Behelfsausfahrt Anger in Fahrtrichtung Salzburg.

Obwohl die vorgelegten Dokumente, ein gültiger serbischer Reisepass und ein Führerschein aus Bosnien-Herzegowina, grundsätzlich für einen Touristenaufenthalt in Ordnung waren, ergaben die auf den Passseiten eingestempelten Reisebewegungen den Anfangsverdacht auf eine massive Überziehung der erlaubten Aufenthaltsdauer. Zur Abklärung des Sachverhalts - unter Hinzuziehung eines Dolmetschers - musste der gebürtige Bosnier die Fahnder zur Dienststelle nach Urwies begleiten.

Zur Überraschung aller Beteiligter - insbesondere des Beschuldigten - stellte sich heraus, dass der Serbe seit 2017 in Hessen unter falschen Personalien mit einem über das Internet beschafften kroatischen "Personalausweis" lebte. Als "EU-Bürger" war dem Serben somit der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt - im Rahmen der Freizügigkeit - eröffnet. Dummerweise wurde er 2019 wegen eines Eigentumsdelikts erkennungsdienstlich behandelt, sodass der durchgeführte Fingerabdruckschnellabgleich ein "Match" ergab.

Konfrontiert mit den Fakten, zeigte sich der Überführte geständig. Registereinträge bei der zuständigen hessischen Meldebehörde, diverse Vertragsabschlüsse jeweils unter Vorlage der gefälschten kroatischen ID-Karte, stehen allerdings noch auf der Prüfliste der Ermittlungsbeamten.

Nach Abschluss aller Ermittlungen bzw. im Falle einer Verurteilung droht dem Serben eine empfindliche Strafe bis hin zu einer möglichen Wiedereinreisesperre. Nach Hinterlegung einer angemessenen Sicherheitsleistung wurde er unter Fristsetzung und Androhung der Abschiebung zur Ausreise in sein Heimatland angewiesen. Sein geplantes Date im benachbarten Salzburg musste er notgedrungen auf Eis legen.

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