Chronik

Rückschlag für die Taubenschützer

Kein Taubenschlag und keine Pflegestation in der stillgelegten WC-Anlage unter der Staatsbrücke.

Eine Tauben-Notfallstation wie es sie bis 2016 in Itzling gab (Archiv-Bild), ist in weite Ferne gerückt.
Eine Tauben-Notfallstation wie es sie bis 2016 in Itzling gab (Archiv-Bild), ist in weite Ferne gerückt.

Seit zwei Jahren ist Hans Lutsch mit seiner ARGE Stadttauben auf der Suche nach einem neuen Standort für seine Tauben-Notfallstation. Von der Stadtpolitik wurde er nach der Zwangsräumung seiner Pflegestation auf einem ÖBB-Grundstück in Itzling im Jahr 2016 immer wieder vertröstet.

Vor wenigen Wochen schien dann ein Durchbruch möglich. "Es gab die Idee, die stillgelegten WC-Anlagen unter der Staatsbrücke für unsere Zwecke zu adaptieren. Das wurde dann leider aus Kostengründen abgelehnt", sagt Lutsch, der sich ärgert, dass die Stadtpolitik an der "Grundversorgung" der Stadttauben nicht interessiert sei. "Dabei sind wir laut Tierschutzgesetz dazu verpflichtet, verletzten Tieren zu helfen. Besonders, da es sich bei den Stadttauben um verwilderte Haustauben handelt, die der Mensch durch seinen Eingriff in die Natur der Tiere zu verantworten hat", meint Lutsch.

Im Stadtratskollegium trifft diese Argumentation auf wenig Gegenliebe. "Ich bin ein großer Tierfreund. Trotzdem möchte ich das Geld der Steuerzahler nicht dafür verwenden, um in einer Notfallstation verletzten Tauben eine Schiene zu machen. Besser unterstützt man Menschen, die in der Kälte frieren", sagt Baustadträtin Barbara Unterkofler (Neos). Im Stadtratskollegium sei man sich aber einig, weiter nach einem Standort für einen Taubenschlag zu suchen. An besagter Stelle unter der Staatsbrücke ist ein Taubenschlag laut Experten nicht möglich, weil die Einflugschneise der Tiere genau über den Radweg führen würde.

Weil die ARGE Stadttauben seit der Räumung ihrer Krankenstation auch den Austausch von Taubeneiern gegen Styroporeier in Altstadtnestern reduziert hat, habe es eine "spürbare Zunahme" der Population gegeben, betont Lutsch. "Wir halten an unserem Konzept fest und sind nach wie vor bemüht, die Taubenpopulation mit den wenigen uns zur Verfügung stehenden Mitteln geringer zu halten. Derzeit fehlt uns aber jede politische Unterstützung", sagt Lutsch. strü

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