Chronik

Saalfeldens Hundebeauftragter zieht erste Bilanz

Seit dreieinhalb Monaten geht Jochen Rothmaier bei offensichtlichem Fehlverhalten auf Hundebesitzer zu. Über 300 Gespräche hat er seither geführt.

Täglich ist Jochen Rothmaier mit seinem Golden Retriever „Puma“ mindestens vier Stunden unterwegs. Ehrenamtlich ist er „Hundebeauftragter“.  SN/sw/Andreas Rachersberger
Täglich ist Jochen Rothmaier mit seinem Golden Retriever „Puma“ mindestens vier Stunden unterwegs. Ehrenamtlich ist er „Hundebeauftragter“.

Sie sind vielerorts zu finden: Hundebesitzer, die auf die Leine verzichten, die Hinterlassenschaften nicht einsammeln, ihren Vierbeiner ohne die vorgeschriebene Hundemarke ausführen, ihn womöglich gar nicht angemeldet haben. Jochen Rothmaier wagte sich auf rutschiges Terrain, als ihn die Stadtgemeinde im Oktober offiziell zum Hundebeauftragten ernannte und mit einem Ausweis ausstattete.

Bisher gab es reichlich Gesprächsbedarf. "Mindestens 300 Mal" habe er sich bei offensichtlichem Fehlverhalten vorgestellt, bei Einheimischen genauso wie bei Urlaubern. Die abfälligen Kommentare ihm gegenüber hätten abgenommen, sagt Rothmaier. Das sei noch ganz anders gewesen, als er in einer Testphase ohne Ausweis auf die Hundehalter zugegangen sei.

Anfangs konzentrierte er sich speziell auf die Bereiche Ritzensee/Kollingwald. "Ein Jäger hat mir gesagt, dass dort sehr viele Hunde frei herumlaufen. Es waren wirklich viele, jetzt hat es sich gebessert." Er suche keine Streitgespräche, mitunter komme es aber zu Diskussionen, es sei ein emotionales Thema. "Manche sind wirklich uneinsichtig, bei denen habe ich das Gefühl, dass sie ihren Hund sofort wieder ableinen, wenn ich ums Eck bin." Eine Anzeige habe er bislang nicht eingeleitet, "ein paar Mal stand es auf des Messers Schneide". Rothmaier will nicht über sich selbst urteilen. Aber er bilanziert zufrieden: "Die Haufen sind weniger geworden, und ich glaube, dass mehr Leute eine Leine verwenden. Die Hundewiese muss ich erwähnen, dort besserte sich das Verhalten erheblich."

Außerdem hätte ihm ein Vater berichtet, dass seine Kinder beim Spielen im Wald mehrfach mit Hundekot in Kontakt gewesen seien, diese ,Gefahr' sei geringer geworden. "Solche Rückmeldungen sind das Benzin, das mich antreibt. Ich habe auch viel Positives von Leuten gehört, die sich fürchten vor Hunden." Wer häufiges Fehlverhalten von Hundehaltern in einem bestimmten Gebiet beobachtet, kann das bei der Bürgerservicestelle der Stadtgemeinde melden. Rothmaier: "Ich schaue dann öfter vorbei."

Jetzt werden auch "Loipen-Sünder" kontrolliert

97 Kilometer Loipe stehen im Gemeindegebiet kostenlos zur Verfügung - für ihren eigentlichen Zweck. Immer wieder sorgen zahlreiche Spaziergänger, die jegliche Verbotsschilder ignorieren, für Unmut bei den Sportlern. Und Hinterlassenschaften von Hunden für Ärger bei den Landwirten.

Als Obmann des Skiklubs, als Stadtamtsleiter, vor allem aber als passionierter Langläufer: Rudolf Oberschneider hat schon öfter Spaziergänger auf Loipen angesprochen. "Von übelsten Beschimpfungen bis hin zu skurrilen Erklärungen habe ich vieles schon gehört. Die Einsicht ist meist nicht groß." Grundbesitzer hätten schon häufig deponiert, dass die Stadtgemeinde etwas gegen die Spaziergänger, die eben häufig auch Hunde bei sich führen, unternehmen müsste. Nun nimmt sich der Hundebeauftragte Jochen Rothmaier des Problems an, will an Loipen-Kreuzungspunkten neben Spazierwegen/Straßen aufklären. "Wirtschaftshof-Leiter Kurt Binder hat mich gefragt, ob ich den Fokus in nächster Zeit auf die Loipen legen kann. Das mache ich gerne."

Aufgerufen am 20.08.2019 um 03:36 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/saalfeldens-hundebeauftragter-zieht-erste-bilanz-64291546

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