Chronik

SALK: Auch Ärztin der Augenklinik wurde positiv getestet

An den Landeskliniken arbeitet man fieberhaft an der Abklärung weiterer Fälle beim Personal. Alle Mitarbeiter sind zum Fiebermessen angewiesen. Auch die privaten Spitäler werden nun in das Corona-Management eingebunden.

Am Montag wurde eine weitere Mitarbeiterin des Salzburger Uniklinikums positiv auf das Coronavirus getestet. Es handelt sich um eine Ärztin, die auf der Augenklinik tätig ist. Laut den Salzburger Landeskliniken begaben sich zehn Kontaktpersonen in Autoquarantäne. Es ist eine weitere schlechte Nachricht für das Spital, das derzeit in intensiven Umstrukturierungsarbeiten steckt, um auf die Versorgung einer großen Zahl an Patienten vorbereitet zu sein, die mit dem Coronavirus infiziert sind.

Bereits am Freitag waren ein Anästhesist und seine Lebensgefährtin positiv auf Covid-19 getestet worden. 33 Ärzte und 53 Pflegekräfte sind deshalb derzeit in Quarantäne. Am Montagmorgen wandte sich Primar Richard Greil an die Mitarbeiter, um klarzustellen, dass auch angesichts der Quarantänemaßnahmen der Betrieb im Krankenhaus gesichert sei. "Wir haben keinen Notbetrieb, sondern vollen Betrieb in den kommenden Wochen."

Das gilt freilich mit den Einschränkungen, die derzeit wegen der Sondersituation rund um die Covid-19-Pandemie herrschen. Alle Ambulanzen außer den Notfallambulanzen sind gesperrt worden. Am Montag wurden zudem Zugangsbeschränkungen vor dem Spital eingerichtet. Mitarbeiter mussten ihre Ausweise zeigen, wer sonst ins Spital wollte, musste gute Gründe dafür haben. Zudem sind alle Spitalsmitarbeiter derzeit dazu angehalten, in der Früh bei sich Fieber zu messen und bei erhöhter Temperatur zu Hause zu bleiben.

Auf dem Krankenhausgelände wurden zudem in der Nacht auf Montag zwei Zelte des Roten Kreuzes errichtet. Diese sollen dazu dienen, bei Patienten mit Verdacht auf eine Coronainfektion eine Erstabklärung durchzuführen. "Wir müssen die Patientenströme trennen, damit es zu keinen Querinfektionen kommt", sagt Richard Greil. Zudem wies er darauf hin, dass es in den kommenden Tagen zu vielen Krankentransporten aus dem Spital kommen werde. Der Hintergrund: Das Uniklinikum räumt ein ganzes Haus für die Versorgung von Covid-19-Patienten frei.
So viele Patienten wie möglich werden in andere Krankenhäuser transferiert. Eine Grundversorgung von Patienten mit akuten Problemen werde es immer geben, sagt Greil. Die werde aber künftig teils in anderen Krankenhäusern stattfinden. So werden bis Mittwoch alle Unfallpatienten nur mehr im Salzburger Unfallkrankenhaus behandelt. Die Chirurgie West im Landeskrankenhaus soll künftig für alle Patienten da sein, die nicht wegen des neuen Virus behandelt werden. Das Haus D steht nur noch für die Behandlung von Covid-19-Patienten zur Verfügung stehen. Auch Spitalspersonal wird zwischen den verschiedenen Krankenhäusern rochieren. Alle Patienten nach Unfallverletzungen werden nur mehr im Unfallkrankenhaus (UKH) der AUVA versorgt. Das UKH ist nun das Traumazentrum für den gesamten Salzburger Zentralraum. Diese Maßnahmen hätte man in allen Bundesländern angeboten, in denen es Krankenhäuser der AUVA gebe, sagt Sprecherin Sonja Rosenberger. "Aber nur die Salzburger Landeskliniken haben es bisher angenommen." Die SALK werden dem UKH auch ihre diesbezüglichen Ressourcen zur Verfügung stellen. Das betrifft Operationsmaterial wie Mitarbeiter.

Die erneute Infektion einer Spitalsmitarbeiterin wirft die Frage auf, ob die strengen Quarantänebestimmungen für Verdachtsfälle aufrechterhalten werden können. Primar Greil kündigte schon am Montag an, dass man überlege, bei Bedarf Personen unter Quarantäne unter strengen Auflagen früher in den Dienst zurückzuholen.

Stöckl: Auch private Spitäler sind in Corona-Management eingebunden

Öffentliche und private Spitäler würden eng zusammenarbeiten, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl am Dienstag: "Nach den öffentlichen Spitälern gibt es jetzt auch die Zusage der Salzburger privaten Krankenanstalten sowie anderer Gesundheitseinrichtungen, im Kampf gegen Covid-19 Personalressourcen und Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Damit ziehen hier alle an einem Strang."


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