Chronik

Salzburg als internationaler Hotspot der Cyber-Verteidigung

Nach langen Kriegswirren herrscht im fiktiven Staat Ranua Waffenstillstand. Eine multinationale EU-Planungsgruppe soll eine Mission vorbereiten und den Friedensprozess vorantreiben, ist aber mit zunehmenden Cyberattacken konfrontiert: Dieses Szenario steht im Mittelpunkt der Übung "Cyber Phalanx 2018", die derzeit in Salzburg stattfindet.

Generalleutnant Karl Schmidseder und Generalmajor Hermann Kaponig üben mit 130 weiteren Soldaten und Zivilisten für den Ernstfall. SN/kli
Generalleutnant Karl Schmidseder und Generalmajor Hermann Kaponig üben mit 130 weiteren Soldaten und Zivilisten für den Ernstfall.

Mehr als 130 Teilnehmer aus 16 Nationen üben erstmals mit einem militärischen Planspiel die Vorbereitung eines EU-Einsatzes unter dem Gesichtspunkt der Cyberbedrohung, erläuterte Übungsleiter Anton Waldner bei einer Pressekonferenz in der Schwarzenbergkaserne. Am Beispiel von Ranua befassen sich militärische Experten mit ganz realen Bedrohungsszenarien aus dem Cyberspace und der Frage, wie man sich davor schützen bzw. diese abwehren kann.

"Wir üben die Umsetzung des politischen Auftrags in militärisches Handeln in der Entstehungsphase einer neuen Mission", beschrieb Waldner den Auftrag. Bei dem Planspiel sollen die Stäbe und handelnden Personen auch für die Thematik sensibilisiert werden.

"Es ist sehr komplex, man sieht den Gegner nicht. Das frühere Gefecht war einfacher", sagte Waldner über die neue Art der Kriegsführung. Cyberbedrohungen können ganz vielfältig sein: Fakenews oder Stimmungsmache über Soziale Medien gehören ebenso dazu wie Hackerangriffe oder das Lahmlegen von Verkehrs- oder Energieinfrastruktur.

Es gehe darum, die Mitgliedsstaaten dabei zu unterstützen, den Bereich der Cyberbedrohungen bei der Planung von Operationen zu berücksichtigen. "Es ist ein neues Terrain, das sich rasch entwickelt", sagte Ralf Fornefeld als Vertreter der European Defence Agency, die die Übung veranstaltet und Österreich als Gastland ausgewählt hat.

"Schon jetzt nimmt die Cyber-Komponente bei militärischen Operationen eine bestimmende Rolle ein", sagte Hermann Kaponig, Kommandant der Cyberkräfte des Österreichischen Bundesheeres. Sie werde in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Deshalb sei eine Übung wie Cyber Phalanx wichtig, um zu trainieren und die dabei gewonnenen Erkenntnisse in die nationalen Planungsabläufe zu integrieren.

Quelle: APA

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