Chronik

Salzburg am Neujahrstag: Von Putztrupps bis zum Champagner-Frühstück

Das neue Jahr: In der Altstadt wird noch getanzt, es gibt Austern und Champagner. Eine Gruppe Flüchtlinge reinigt derweil die Salzachböschung.

Kaleem Ullah und seine Glaubensbrüder gehören zu den wenigen, die am Dienstag früh in der Salzburger Altstadt ausgeschlafen wirken. Das ist aber kein Kunststück: Moslems feiern den Jahreswechsel, gemäß dem Mondkalender, jedes Jahr an einem anderen Tag - und heuer nicht am 31. Dezember. Das gilt auch für die Anhänger der Glaubensrichtung Ahmadiyya Muslim Jamaat, die zwischen Lehenerbrücke und Nonntal mit Klaubstöcken und Plastiksäcken unterwegs sind. "Wir hatten in unserer Heimat Pakistan viele Probleme - deshalb sind wir nach Österreich geflüchtet", sagt Ullah. "Mit der Putzaktion wollen wir zeigen, dass wir uns integrieren wollen und einen Beitrag für die österreichische Gesellschaft leisten." Der besteht in dutzenden Säcken Unrat, welcher von der Silvesterfeier übrig geblieben war. Zahlreiche Passanten zollten hierfür Anerkennung. Mindestens einer nicht: Er rief die Polizei, was eine Personen- und Ausweiskontrolle zur Folge hatte. Immerhin: Die höflich agierenden Beamten bekamen gleich eine Infobroschüre in die Hand gedrückt.

Die Silvesterfeier war übrigens laut Altstadtmarketing ein Erfolg - knapp 3000 Besucher seien trotz Regens zum Residenzplatz gepilgert. Dort gibt es auch am Morgen danach Programm: Man darf Quadrille üben, Austern und Champagner schlürfen, es gibt Maroni und bei Bedarf "Bloody Mary" aus der "Coolen Kiste", einem aufklappbaren VW-Bus.

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