Chronik

Salzburg: Ambulanzen werden ab Mai schrittweise geöffnet und Operationen abgearbeitet

Aufgrund der sinkenden Anzahl von neu auftretenden Covid-19-Erkrankungen im Bundesland Salzburg soll der Regelbetrieb in den Krankenhäusern schrittweise wieder aufgenommen werden. Der stellvertretende Landeshauptmann Christian Stöckl (ÖVP), Landeskliniken-Geschäftsführer Paul Sungler und Primar Richard Greil (SALK) nahmen dazu am Montagvormittag Stellung.

Primar Richard Greil (SALK).  SN/robert ratzer
Primar Richard Greil (SALK).

Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl (ÖVP) sagte bei der Pressekonferenz am Montagvormittag: "Es wird sehr viel von der neuen Normalität gesprochen, deswegen habe ich auch die Maske abgelegt, weil wir den Abstand einhalten." Er wolle aber lieber von einem "allmählichen Übergang" zur Normalität sprechen. Für die Salzburger Spitäler bedeute das, dass die Ambulanzen und Abteilungen der Spitäler schrittweise hochgefahren würden. "Ganz wichtig ist dabei, dass die Covid-Versorgung aufrechterhalten werden muss." Denn für eine weitere Welle müsse vorgesorgt werden.

Primar Richard Greil (SALK), Leiter des Covid-19-Krisenstabs, rechnet mit einem zweiten Gipfel der Corona-Erkrankungen, möglicherweise zwischen Mitte Juni und Ende September. Die Strategie der Bundesregierung, alle 14 Tage eine Anpassung der Regeln zu machen, findet er sinnvoll. "Wir werden ein Freiheitsleben auf Abruf haben, das sehr stark von der Disziplin der einzelnen abhängig ist." Das Schlagwort "neue Normalität" heiße aber nicht, dass es wieder so werden würde wie vorher. Die Menschen müssten sich den Begebenheiten anpassen. Greil warnte auch vor einem Generationenkonflikt. "Jeder ist die Chance für den anderen, jeder ist der Wolf für den anderen."

Paul Sungler, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken (SALK), spricht von der Phase 2 im Corona-Krisenmanagement, die jetzt bevorstehe. "Es wäre naiv zu glauben, dass keine zweite Welle kommt." Die Ambulanzen werden seiner Information nach schrittweise ab Mai wieder in Betrieb genommen, allerdings mit Zugangskontrollen. Auch die Besuchsregelung bleibe restriktiv. Und auch mit den "elektiven Eingriffen", also Operationen und anderen Behandlungen, werde entsprechend des Leidensdrucks und der medizinischen Indikation wieder angefangen. 1000 Fälle müssen seinen Angaben nach allein in den SALK abgearbeitet werden. Sungler betont, das Landeskrankenhaus sei komplett umgekrempelt worden, das müsse überlegt wieder rückgebaut werden.

Das Behelfsspital im Messezentrum für nicht schwer erkrankte, aber hospitalisierungspflichte Patienten musste bisher nicht in Betrieb genommen werden. "Je nach Situation werden wir aber einen Überlauf auch im Herbst brauchen", betonte Primar Greil. Ob das nun das Messezentrum oder ein andere Ort sein werde, sei eine Frage der Entwicklung. Zuletzt befanden sich in Salzburg noch 74 Personen wegen Covid-19 in stationärer Behandlung.

Ab nächster Woche sollen Tests beim Hausarzt möglich sein, kündigte LH-Stv. Stöckl an. Ob die gegen Gebühr oder auf Krankenschein erhältlich sein werden, blieb vorerst offen. Es geht offenbar darum, wie eine bundesweite Regelung aussehen wird.


Quelle: SN

Aufgerufen am 27.09.2020 um 03:26 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/salzburg-ambulanzen-werden-ab-mai-schrittweise-geoeffnet-und-operationen-abgearbeitet-86789410

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