Chronik

Busspuren und ultralange Busse sollen Stauchaos lösen

Der Vorstoß von SPÖ und Bürgerliste, die Obusse zu beschleunigen, stößt durchwegs auf Zustimmung. Verkehrsstadtrat Padutsch will aber mehr.

Schon 2012 wurde ein Doppelgelenksbus in Salzburg getestet. SN/APA/BARBARA GINDL
Schon 2012 wurde ein Doppelgelenksbus in Salzburg getestet.

Neue Busspuren in der Innsbrucker Bundesstraße, der Sterneckstraße und der Rudolf-Biebl-Straße. Eine von der Stadt geförderte Preissenkung beim City-Ticket auf 365 Euro. Ein Testbetrieb mit 25 Meter langen Doppelgelenksbussen ab 2018. Mit diesen Vorschlägen hat Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) am Mittwoch überrascht. Sie sollen in einen gemeinsamen Amtsbericht mit Verkehrsstadtrat Johann Padutsch (BL) fließen. Die SN berichteten.

Zustimmung zu allen drei Punkten kommt von Baustadt rätin Barbara Unterkofler (Neos). Sie fordert aber, dass die Stadt wie die Schweiz auf Batteriebusse setzen solle, anstatt darüber nachzudenken, manche Busstrecken zu elektrifizieren: "Batteriebusse laden sich nur mehr an den Haltestellen auf, das erspart kilometerlange Oberleitungen."

Lob für Schadens Vorstoß gab es auch von Verkehrsplattformsprecher Peter Haibach: "Kleine Maßnahmen, große Wirkung - ist das Gebot der Stunde." Haibach fordert jedoch, dass es für die Lokalbahn zusätzlich zu dem von Schaden in Aussicht gestellten Niederflur-Mittelteil (Kosten: eine Million Euro) noch drei weitere geben müsse.

Selbst ÖVP-Vizebürgermeister Harald Preuner, sonst eher Autofan, kann Schadens Ideen etwas abgewinnen: "Alles, was die Öffis ertüchtigt, ist begrüßenswert." Ihm ist primär ein Anliegen, dass der im Parteienübereinkommen 2014 fixierte Bau eines Bus-"Musterkorridors" entlang der Wolfgangseestraße (B158) bis Bad Ischl endlich kommt: "Wir müssen verhindern, dass alle Einpendler mit dem Auto in die Stadt fahren." Dazu brauche es auch den S-Bahn-Halbstundentakt bis Straßwalchen und mehr Park-and-Ride-Plätze in den Umlandgemeinden.

Am Freitag ließ sich Schaden weitere Details seiner Pläne entlocken: "Ich möchte den Amtsbericht noch heuer dem Gemeinderat vorlegen. Wir haben auch für 2017 einiges budgetiert." Fix seien etwa 50.000 Euro an Miete für Doppelgelenksbusse, die 2018/19 im Testbetrieb fahren sollten. Kosten fielen aber auch an, weil dazu noch die Haltestellen verlängert werden müssten. Auch die 400.000 Euro für die Obus-Verlängerung durch die Bessarabierstraße seien bereits im Budget 2017. Und beim Musterkorridor habe Padutsch seinen Teil der Planungen fertig, sagt Schaden: "Aber da rührt sich beim Land schon seit Längerem nichts."

Padutsch geht noch weiter und hat Schaden am Donnerstag eine Liste mit gesamt 13 neuen Busspuren vorgelegt. Enthalten sind darin etwa die Ignaz-Harrer-Straße von der Abfahrt Mitte bis zur Lehener Brücke und weiter zum Bahnhof; die Bürgl steinstraße stadteinwärts (statt des neuen Geh- und Radwegs) und eine Verlängerung der Busspur am Rudolfskai durch die Rienznerkurve bis über die Nonntaler Brücke. Padutsch: "Wenn nur ein Teil davon umgesetzt wird, ist schon viel gewonnen."

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