Chronik

Salzburg-Gneis: Vierjähriges Mädchen starb nach Unfall vor Kirche

Ein 90-jähriger Lenker fuhr das Kind und eine Frau vor einer Kirche in Salzburg-Gneis nieder.

Vor der Pfarrkirche im Salzburger Stadtteil Gneis hat sich Sonntagmittag eine Tragödie ereignet. Gegen 11.30 Uhr standen die Teilnehmer der heiligen Messe vor dem Gebäude, um sich noch zu unterhalten, als ein Fahrzeuglenker aus bisher ungeklärter Ursache die Menschenmenge ansteuerte.

Zwei Menschen wurden bei einer an der Kirche angebauten Auffahrtsrampe erfasst und schwer verletzt. Dabei handelte es sich um ein vierjähriges Mädchen und eine 45-jährige Frau. Die beiden Opfer seien nicht miteinander verwandt, hieß es von der Polizei.

"Beide sind mit Notarztbegleitung ins Landeskrankenhaus gebracht worden", schilderte Robert Oberascher, Einsatzleiter des Roten Kreuzes, das mit vier Fahrzeugen und 16 Personen im Einsatz war. Mitglieder des Kriseninterventionsteams kümmerten sich um Angehörige und Zeugen, die die dramatischen Szenen mit ansehen hatten müssen.

Das Mädchen musste reanimiert werden und wurde mit dem Notarzthubschrauber abtransportiert. Im Krankenhaus erlag es seinen schweren Verletzungen. "Die Frau ist schwer verletzt auf der Intensivstation des Uniklinikums. Das Mädchen ist verstorben", sagte Mick Weinberger, Sprecherin der Salzburger Landeskliniken.

Bei dem Lenker handelte es sich um einen 90-jährigen Salzburger. Die Polizei ermittelt nun, ob es sich um einen Fahrfehler handelte oder ob ein technischer Defekt die Ursache gewesen sein könnte. Der Wagen soll daher untersucht werden. Nähere Informationen waren bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht bekannt. Befragungen von Zeugen durch die Polizei waren noch ausständig.

Der Sohn des Unfalllenkers berichtete den SN, dass der Mann seine Frau von der Kirche abholen wollte - so wie jeden Sonntag. Sein Vater habe vor dem Gebäude halten wollen, aber das Fahrzeug sei "aus heiterem Himmel losgezogen". Es habe bereits in der Vergangenheit ähnliche Probleme mit dem Auto gegeben. Daher seien zuletzt mehrere Bauteile des Automatikantriebs getauscht worden, darunter das Getriebe.

In der Pfarrgemeinde Gneis saß der Schock nach der Tragödie am Sonntagnachmittag tief. "Das ist einfach ein Horror, was heute hier passiert ist. Das betrifft sehr viele von uns. Es gibt keine Worte dafür", sagte die Pastoralassistentin. Die beiden Opfer seien fixer Bestandteil der Pfarrgemeinde.

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