Chronik

Salzburg: Haftstrafe für jungen Terrorverdächtigen

18-jähriger Pakistaner bestritt im Prozess am Landesgericht, er sei Mitglied einer Taliban-Gruppierung gewesen.

Symbolbild.  SN/Copyright by: FRANZ NEUMAYR Pres
Symbolbild.

Ein kleiner, schmächtiger 18-Jähriger wurde am Mittwochvormittag von vier vermummten, schwerbewaffneten Justizwachebeamten in den Verhandlungssaal E 18 des Landesgerichts gebracht. Der Staatsanwalt warf dem jungen Pakistaner das Verbrechen der Beteiligung an einer Terrorvereinigung vor. Konkret soll sich der Jugendliche, der eigenen Angaben nach 2016 als Flüchtling nach Österreich kam, im Jahr 2014 als damals 15-Jähriger der pakistanischen Gruppierung "Tehrik-i-Taliban (TTP) angeschlossen haben.

Der junge Angeklagte, so der Staatsanwalt, sei "zumindest einen Monat Mitglied dieser von den Vereinten Nationen als terroristisch eingestuften Bewegung gewesen. Sie will in Pakistan einen Gottesstaat errichten". Konkret habe sich der Jugendliche damals "freiwillig in einem Trainingscamp der TTP im Umgang mit Schusswaffen und Sprengstoffwesten ausbilden lassen".

Die Anklage stützt sich auf die Angaben, die der 18-Jährige selbst vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl gemacht hatte: Dort habe er laut Protokoll ausgesagt, dass er freiwillig ins Trainingscamp gegangen sei. Erst später, so der Staatsanwalt, habe der junge Mann plötzlich behauptet, er sei dazu gezwungen worden.

Im Prozess meinte der junge Pakistaner nun, dass die Angaben, die er vor der Asylbehörde gemacht habe, "vom Dolmetscher falsch übersetzt" worden seien. Er sei sicher nicht aus freien Stücken ins Camp gegangen:

"Ich wurde damals mit drei anderen Burschen von mehreren Männern gefesselt. Wir wurden in ein Auto gesetzt und zum Lager gebracht. Ich sollte schießen lernen, aber ich wollte das nicht. Ich habe viel geweint und wollte flüchten. Da haben sie mich dann 15 Tage an einen Baum gefesselt." Später hätte er zwar nach Hause dürfen. Weil Leute der TTP ihn aber wieder hätten zurückholen wollen, sei er letztlich nach Europa geflüchtet. - Der Schöffensenat schenkte dem keinen Glauben. Er ging davon aus, dass der Pakistaner beim Asylamt sehr wohl die Wahrheit gesagt habe. Das nicht rechtskräftige Urteil: Ein Jahr teilbedingte Haft (drei Monate davon unbedingt).

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