Chronik

Salzburg: Lawinengefahr wird sich noch verschärfen

Bis Donnerstag gibt es Sturm und in den Bergen reichlich Neuschnee. In einigen Bereichen muss mit Lawinenwarnstufe vier gerechnet werden.

Sucheinsatz am Schlenken. SN/bergrettung
Sucheinsatz am Schlenken.

Die Lawinensituation in Salzburg ist derzeit äußerst kritisch. In der vergangenen Woche hat es bis auf 2000 Meter hinauf geregnet. "Der Schnee ist total durchfeuchtet", sagt Maria Riedler, Sprecherin der Bergrettung Salzburg. "Dadurch sind zahlreiche Grundlawinen abgegangen." Etwa am Sonntag in der Schlenkenrinne in Bad Vigaun (Bilder oben).

Nock kritischer könnte die Situation am Mittwoch und Donnerstag werden. "Bis dahin ziehen immer wieder Fronten durch", sagt Alexander Ohms von der ZAMG Salzburg. "Die Schneefallgrenze wird dabei stark schwanken." Während es in manchen tief gelegenen Tälern den Schnee wegregnen wird, könnte es in Höhen über 1500 Meter durchschneien. "Vor allem in den Nordalpen im Bereich Lofer oder Hochkönig können 50 bis 100 Zentimeter Neuschnee dazukommen." Dazu bläst starker Wind, der auf den Bergen mit Geschwindigkeiten von deutlich über 100 km/h Orkanstärke erreichen kann. Am Mittwoch und Donnerstag ist laut Ohms damit zu rechnen, dass auch einige exponierte Lifte wegen des Sturms nicht mehr fahren dürfen. Im Tal können die Windspitzen 80 km/h erreichen.

Sturm und Neuschnee sind ein Mix, der für eine deutliche Verschärfung der Lawinensituation sorgt. Wie schon am Sonntag ist in einigen Teilen Salzburgs wieder damit zu rechnen, dass große Lawinengefahr herrscht, also Warnstufe vier auf der fünfteiligen Skala. Ob es so weit komme, hänge von Details ab, so Ohms.

Warnstufe vier gibt es in normalen Wintern nur an einer Handvoll Tagen. Riedler rät davon ab, sich bei einem Vierer noch ins freie Gelände zu wagen, weil man eigentlich keinen Hang über 25 Grad Neigung befahren könne. Und normalerweise bessert sich die Situation schon nach ein, zwei Tagen.

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