Chronik

Salzburg: Millionenbetrügerin nun auch wegen Steuerhinterziehung verurteilt

54-jährige, ehemals selbstständige Buchhalterin hatte von Werbeagentur 6,7 Millionen Euro in die eigene Tasche abgezweigt. Sie erhielt deswegen am Landesgericht Salzburg Ende 2018 wegen Untreue und Betrugs bereits fünf Jahre und drei Monate Haft. In einem Folgeprozess wurde die Frau nun am Montag auch wegen Steuerhinterziehung verurteilt; sie hatte das betrügerisch erlangte Einkommen nicht versteuert.

Symbolbild.  SN/apa
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Eine vorbestrafte ehemalige Buchhalterin ist am Montag am Landesgericht Salzburg wegen Hinterziehung von insgesamt rund 3,3 Millionen Euro an Einkommen- und Umsatzsteuer verurteilt worden. Die geständige Angeklagte erhielt eine unbedingte Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro. Die Ersatzfreiheitsstrafe beträgt fünf Monate. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die 54-Jährige, die sich derzeit in Strafhaft befindet, wurde bereits vor zwei Jahren wegen Untreue und schweren Betrugs am Landesgericht Salzburg verurteilt. Die unbedingte Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten wurde Ende 2018 rechtskräftig. Die Frau hatte sich zu dem Vorwurf, von einer Salzburger Werbeagentur im Zeitraum 2008 bis 2015 rund 6,7 Millionen Euro abgezweigt zu haben, umfassend geständig gezeigt.

Als Motiv gab die deutsche Staatsbürgerin bei dem Prozess im Jahr 2018 ihren luxuriösen Lebensstil an. Sie arbeitete im Tatzeitraum als freie Buchhalterin, war also bei der GmbH nicht angestellt. Die Angeklagte verfügte über Bankvollmachten. Sie war Zeichnungsberechtigte für betriebliche Bargeldbehebungen und Überweisungen der Werbeagentur und zweigte dabei Geld auf ihr Privatkonto ab. Die Agentur schlitterte wegen der Malversationen im Jahr 2015 in den Konkurs. Es wurde die Schließung der im Jahr 1997 gegründeten Firma angeordnet.

Bei dem heutigen Prozess handelte es sich um ein Folgeverfahren. Die Beschuldigte hätte das betrügerisch erworbene Einkommen von 6,7 Millionen Euro versteuern müssen. Der Staatsanwaltschaft zufolge hat sie aber keine oder unrichtige Steuererklärungen abgegeben. Deshalb sei dem Finanzamt Salzburg Land ein Schaden von 3.345.617 Euro in den Jahren 2008 bis 2015 entstanden.

Auch diesmal zeigte sich die Angeklagte vollinhaltlich und reumütig geständig. Sie habe vermeintlichen Freunden Geld gegeben und "größenwahnsinnig eingekauft", schilderte die Frau der Vorsitzenden des Schöffensenats, Richterin Nicole Haberacker. "Ich habe ein Leben geführt, das ich jetzt nicht mehr leben möchte." Das Gericht erteilte ihr heute die Weisung, dem Finanzamt den geschuldeten Abgabenbetrag binnen eines Jahres zu entrichten.

Quelle: APA

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