Chronik

Salzburg: Taxifahrer nach Protest vom Flughafen verbannt

Salzburger Taxifahrer gingen gegen eine aus ihrer Sicht ungerechte Gebühr beim Airport auf die Straße. Jetzt dürfen sie dort nicht mehr einfahren.

Apostol Angelov wurde nach einem Protestmarsch die Vereinbarung widerrufen. SN/robert ratzer
Apostol Angelov wurde nach einem Protestmarsch die Vereinbarung widerrufen.

Es herrscht Hochbetrieb am Salzburger Flughafen. Nicht nur in den Skigebieten ist in den Semesterferien viel los. Entsprechend viele Taxis stehen am Mittwoch vor dem Ausgang. Eine kleine Gruppe von Taxifahrern wartet vor den Autos. Auf die Frage nach den jüngsten Streitereien wegen der Durchfahrtsgebühr für Taxifahrer löst sich die Gruppe schnell auf. Nur einer bleibt stehen. "Die haben alle Angst zu sprechen", sagt er. Auch er will seinen Namen nicht nennen. Sonst könne ihm die Genehmigung, zum Flughafen zuzufahren, genommen werden.

Seit dem vergangenen Mai kostet es für Taxifahrer einen Euro, wenn sie sich am Flughafen anstellen wollen, um Gäste mitzunehmen. Zusätzlich müssen sie eine Vereinbarung unterschreiben. Viele empfinden das als ungerecht. Vergangene Woche gipfelte der Streit in einer kleinen Demonstration am Hauptbahnhof und am Flughafen.

Für zwei der Demonstranten hatte der Protest nun Konsequenzen. Einer von ihnen ist Apostol Angelov. Am Montag bekam er einen eingeschriebenen Brief. Darin teilte ihm Peter Tutschku mit, dass die mit ihm abgeschlossene Vereinbarung widerrufen würde. Tutschku ist Obmann der Funktaxi-Vereinigung 81-11 und Geschäftsführer jener Tochtergesellschaft, die den Schranken am Flughafen betreibt. Als Grund für den Widerruf nennt er in dem Brief ein Schild, das Angelov während der Demonstration hochhielt. Darauf bezeichnete dieser die Gebühr als Schutzgeld. "Mit dieser Behauptung haben Sie das erträgliche Maß überschritten", steht in dem Schreiben. Prinzipiell weint Angelov der Vereinbarung keine Träne nach. "Die ist sittenwidrig und erniedrigend", sagt er.

Taxler zeigen, wie oft sie für die Einfahrt zahlen müssen.  SN/robert ratzer
Taxler zeigen, wie oft sie für die Einfahrt zahlen müssen.

Angelov steht zu der Schutzgeld-Aussage

Für ihn als Taxifahrer sei es aber wirtschaftlich ein schwerer Schlag, sich nicht mehr beim Flughafen anstellen zu dürfen. Angelov steht auch jetzt noch zu der Schutzgeld-Aussage. "Ich bezahle dafür, dass ich dort arbeiten darf. Was ist das sonst?"

Peter Tutschku möchte darüber nur mehr über seinen Anwalt kommunizieren. Er sagt nur so viel: "Er wurde gekündigt, weil er von Schutzgeld gesprochen hat. Das lasse ich mir nicht gefallen."

Laut Tutschkus Anwalt Christian Adam sei der Widerruf zum eigenen Schutz des Demonstranten geschehen. "Er sprach von Schutzgeldern, diese verlangen nur verbrecherische Organisationen. Und man kann es ihm nicht zumuten, mit einer solchen Geschäftsbeziehungen zu führen."

Auch die Gegenseite hat bereits einen Anwalt, Kurt Kozak. Er sagte, er werde Apostol Angelov raten, gegen den Widerruf gerichtlich vorzugehen. Kozak ist derzeit Rechtsanwalt bei mehreren Verfahren wegen des Schrankens am Flughafen. In zwei davon geht es bereits um den Widerruf von Einfahrtsvereinbarungen. In drei anderen Verfahren geht es um das Zustandekommen jener Vereinbarung, die die Bewirtschaftung des Schrankens an eine Tochtergesellschaft der Funktaxi-Vereinigung übergab. Eine dieser Klagen wurde bereits in erster Instanz abgewiesen.

Die Taxifahrer am Flughafen empfinden die Gebühr jedenfalls als ungerecht. Unter Zusicherung der Anonymität findet sich eine große Gruppe, die darüber sprechen will. Fünf bis zehn Euro zahle er jeden Tag, sagt einer, und hält als Beweis Dutzende Belege in die Fotokamera. Andere äußerten die Befürchtung, dass auch ihre Genehmigungen widerrufen würden. "Ich habe auch demonstriert", sagt einer. "Vielleicht bin ich der Nächste."

Worüber man streitet:

Das zahlen Taxifahrer am Flughafen

3000 Euro im Jahr koste die Einfahrt beim Schranken am Flughafen jeden Taxifahrer pro Jahr, sagen die Kritiker. So oft fahre man als Taxler beim Flughafen zu. Bei der früheren Regelung habe man lediglich 185 Euro jährlich bezahlt.

Diese Darstellung wird von der Funktaxi-Vereinigung bestritten. "Wenn das stimmt, dann werde ich die entsprechenden Umsätze der Taxifahrer gerne der Steuerbehörde weiterleiten", sagt Erwin Leitner, Fachgruppenobmann des Beförderungsgewerbes der Wirtschaftskammer Salzburg und Funktaxi-Vorstandsmitglied.

85.000 Einfahrten gebe es laut Flughafen pro Jahr bei dem Schranken. 440 Nutzungsvereinbarungen wurden laut Funktaxi-Vereinigung bisher ausgestellt. Das macht also gut 190 Euro pro Vereinbarung und Jahr.

Quelle: SN

Aufgerufen am 23.09.2018 um 12:41 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/salzburg-taxifahrer-nach-protest-vom-flughafen-verbannt-369190

Karusell

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Lange Wartezeiten erlauben auch das wunderschöne Karusell im Abendlicht bewundernd, anzusehen bevor man abhebt. Danke, dass es jedes Jahr noch so jung dasteht wie vor 35 Jahren????????

Bei den Seifenblasen

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Tobias Marie und Simon hatten sichtlich großen Spaß bei den Seifenblasen

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