Chronik

Salzburg: Weniger Betrieb an den Futterhäuschen

BirdLife Österreich präsentiert das Endergebnis der Wintervogelzählung. Resulat: Ein neuer Rekord an Teilnehmern - aber leider kein Rekord an gezählten Vögeln. Wie es im Detail in Stadt und Land Salzburg aussieht erfahren sie hier.

Im achten Jahr der Wintervogelzählung "Stunde der Wintervögel 2017" meldet BirdLife einen neuen Teilnahmerekord von 8823 engagierten Hobby-Ornithologen. Das entspreche einem Plus von neun Prozent. "Keinen Teilnahmerekord", so Susanne Schreiner von BirdLife Österreich, "konnten die Vögel einfliegen. Österreichweit wurden 38 Vögel pro Garten gezählt werden, das sind drei weniger als der Durchschnitt der Vorjahre."

Weniger Betrieb am Futterhäuschen

Heuer gab es etwas weniger Betrieb am Futterhäuschen. Diese Entwicklung sei in allen Bundesländern zu beobachten, jedoch mit Unterschieden: Den geringsten Rückgang verzeichneten Niederösterreich und Steiermark mit je einem Minus von zwei Vögeln pro Garten im Vergleich zum Mittel der Vorjahre. Den höchsten Rückgang verzeichneten das Burgenland (minus sieben Vögel) und Vorarlberg (minus sechs Vögel pro Garten im Mittel der Vorjahre). "Es besteht kein Grund zur Besorgnis," erklärt Gábor Wichmann, Stellvertretender Geschäftsführer von BirdLife Österreich diese Entwicklung. "Dieser Rückgang an gezählten Vögeln ist vor allem auf die Höhlenbrüter - dazu gehören unter anderem Kohlmeise, Blaumeise und Kleiber - zurückzuführen. Sie wurden weniger häufig in den Gärten beobachtet und wenn, dann in kleineren Trupps." Ein Zusammenspiel an komplexen Faktoren dürfte dafür verantwortlich sein. "Das vergangene Frühjahr war nass und kalt, mit Schneefällen bis weit in den April hinein. Das führte zu einem schlechten Bruterfolg der Höhlenbrüter, der lokal sogar zu völligen Ausfällen der Kohl- und Blaumeisen Brut führte. Zudem fehlt den Höhlenbrütern zunehmend der Lebensraum, weil alte Baumbestände aus dem Siedlungsraum verschwinden. Des Weiteren dürfte die Kohlmeise diesen Winter seltener nach Österreich eingeflogen sein. Ursache dafür ist die milde Witterung in den Herkunftsgebieten des beliebten Singvogels, wo die reiche Baumsamenmast die Vögel auch jetzt im Winter noch ausreichend mit Nahrung versorgt." Die Beobachtungen der Kohlmeise sanken um drei Prozentpunkte - von durchschnittlich 14,8 Prozent aller gemeldeten Vögel in den Vorjahren auf 11,8 Prozent. Daher konnte sie vom Feldsperling erstmals überholt werden.

Bestand der Sperlinge stabil

"Der Bestand der Sperlinge ist hingegen stabil", erklärt Ornithologe Wichmann: "So wurden sie zu den Siegern unserer Wintervogelzählung. Und weil diesen Winter insgesamt weniger Kohlmeisen als üblich von Nord- und Nordosteuropa zum Überwintern nach Österreich kamen." Der Feldsperling machte daher im Vergleich zum Vorjahr zwei Plätze gut und ist Gewinner der diesjährigen Wintervogelzählung.
Die langfristige Erholung des Amselbestandes scheine sich nach dem Amselsterben - ausgelöst durch das Usutu-Virus im Sommer 2001 - fortzusetzen. Die Beobachtungszahlen in den Gärten und die Verbreitung der Amsel zeigten bei der "Stunde der Wintervögel 2017" einen positiven Trend. "Dieses Jahr setzt die Amsel ihr stärkstes Lebenszeichen seit Beginn unserer Wintervogelzählung im Jahr 2010. Diese Beobachtung geht mit einem leichten Aufwärtstrend im Brutbestand einher", freut sich Gábor Wichmann. "In Tirols Gärten ist die Amsel sogar der meist gezählte Vogel."


Buschbrüter halten sich gut

"Wir beobachten generell, dass in Büschen brütende Arten wie Rotkehlchen, Zaunkönig und Amsel stabile Lebensraumverhältnisse im Siedlungsbereich vorfinden," so Wichmann, "und sich gut halten". Das Rotkehlchen machte gegenüber dem Vorjahr sogar vier Plätze gut und befindet sich nun auf Platz zehn des Österreich-Rankings. Beim Zaunkönig war ein positiver Trend zu erkennen.
Österreichweit zählten 8823 Teilnehmer bei der "Stunde der Wintervögel 2017" knapp 240.000 Vögel. Erfreulich sei, dass in ganz Österreich die Anzahl der Meldungen anstieg. Die meisten Meldungen (insgesamt 1481) stammten aus Niederösterreich mit einem Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Oberösterreich wies einen Teilnehmer-Rekord auf, mit einem Anstieg von 42 Prozent auf 1902.

Salzburg und Umgebung (inkl Flachgau)

173 Teilnehmer - das sind 49% mehr als im Durchschnitt der letzten Jahre - zählten insgesamt 3799 Vögel. Das entspricht 29 pro Garten (minus 3 im zum Durchschnitt der letzten Jahre).

  • Platz 1 Haussperling (Österreich Platz 3 , Salzburg Platz 2)
  • Platz 2 Amsel (Österreich Platz 4, Salzburg Platz 3)
  • Platz 3 Kohlmeise (Österreich Platz 2, Salzburg Platz 1)
  • Platz 6 Feldsperling (Österreich Platz 1, Salzburg Platz 6)

    Im Gegensatz zum Rest von Salzburg, wo die Kohlmeise nach wie vor noch auf Platz 1 ist, ist sie hier hinter Haussperling und Amsel. Bergfink und Rotkehlchen wurden öfter gezählt als im Rest von Salzburg, dafür weniger Gimpel und Stieglitze. Auch wenn der Haussperling zahlenmäßig überlegen ist (ein Spatz kommt selten alleine), so ist doch die Amsel der Vogel, der in den meisten Gärten vorkommt (in 93% aller Gärten)

    Region Pinzgau-Pongau (inkl Zell am See):

    104 Teilnehmer (71 Meldungen), das sind 49 Teilnehmer mehr als im Durchschnitt der letzten Jahre. Insgesamt wurden 2.652 Vögel gezählt, das sind 37 Vögel pro Garten und entspricht dem Durchschnitt der letzten Jahre (um 5 Vögel mehr pro garten als in Salzburg im Durchschnitt)

  • Platz 1 Kohlmeise (Österreich Platz 2, Salzburg Platz 1)
  • Platz 2 Amsel (Österreich Platz 4, Salzburg Platz 3)- letztes Jahr noch auf Platz 5
  • Platz 3 Haussperling (Österreich Platz 3 , Salzburg Platz 2)
  • Platz 12 Feldsperling (Österreich Platz 1, Salzburg Platz 6)

    Etwas mehr Amseln wurden gezählt. Und obwohl die Kohlmeise immer noch auf Platz 1 ist, war auch hier ein Rückgang merkbar. Buchfinken wurden mehr gezählt und kommen von Platz 8 im Vorjahr auf Platz 4.

    Lungau

    19 Teilnehmer (13 Meldungen): Insgesamt wurden 548 Vögel gezählt (48 pro Garten, also um 10 mehr als der Rest von Salzburg).

  • Platz 1 Kohlmeise (Österreich Platz 2 ,Salzburg Platz 1)
  • Platz 2 Gimpel (Österreich: Platz 15, Salzburg Platz 7)
  • Platz 3 Buchfink (Österreich Platz 5, Salzburg Platz 3)
  • Platz 12 Feldsperling (Österreich Platz 1, Salzburg Platz 6)
  • Platz 15 Haussperling (Österreich Platz 3, Salzburg Platz 2)
Quelle: SN

Aufgerufen am 20.11.2018 um 06:46 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/salzburg-weniger-betrieb-an-den-futterhaeuschen-499024

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