Chronik

Salzburger bauen Brunnen in Ghana

Salzburgs erster farbiger Busfahrer investiert in seiner Heimat in Bildung und Infrastruktur - und will so Kindern eine sichere Zukunft bieten.

Saliah Razak und Jens Meyer weihen den neuen Trinkwasserbrunnen ein.  SN/privat
Saliah Razak und Jens Meyer weihen den neuen Trinkwasserbrunnen ein.

Ein Leben als Flüchtling - das möchte Saliah Razak seinen Landsleuten aus Ghana ersparen. Salzburgs erster farbiger Obusfahrer investiert mit seinem Verein SoriNaTu daher in Bildung. In seinem Geburtsort Nsoatre hat der Verein dank unzähliger Spendengelder ein Waisenhaus samt inte grierter Schule errichtet. "Ich möchte meiner Heimat etwas zurückgeben und den Kindern eine Zukunft bieten", sagt Razak.

Vor wenigen Tagen konnte der 55-Jährige gemeinsam mit unzähligen Helfern einen Brunnen vor dem Schulgebäude einweihen. "Vorher kam das Wasser aus Bächen. Das ist zwar halbwegs sauber, aber mit unserem Trinkwasser nicht zu vergleichen", sagt Razak. Dank des Brunnens könne man nun beginnen, WC-Anlagen und eine Küche in der Schule zu bauen. Rund 500 Kinder besuchen die Schule wenige Kilometer vom Stadtzentrum Nsoatres entfernt. Der Schulbesuch ist kostenlos - ein Novum in Ghana: "Viele Eltern können sich die Schulgebühr und Bücher nicht leisten", sagt Razak. Und: "Viele Eltern müssen ihre Kinder aus der Schule nehmen, wenn die Uniform nicht mehr passt oder kaputtgeht." Neue Kleidung sei für viele Menschen in Ghana schlicht nicht zu bezahlen. Viele Jugendliche hätten daher keine Chance auf eine Ausbildung.

300.000 Euro wurden bereits aufgetrieben

Diesen Teufelskreis versucht Razak - er lebt mit seiner Familie seit 1996 in Salzburg - mit seinem Verein zu durchbrechen. 2010 kaufte SoriNaTu ein Grundstück und startete dort etappenweise den Bau der Schule. 2014 konnte der Unterricht in dem Rohbau starten. "Stifte und Papier stellen wir den Kindern zur Verfügung, die Lehrer bezahlt ebenfalls unser Verein", sagt Jens Meyer, Kassier von SoriNaTu. Der 37-Jährige legte beim Bau des Brunnens ebenfalls Hand an.

Mehr als 300.000 Euro hat der Verein bislang in das Projekt investiert. Der Großteil stammt aus Spenden und Einnahmen aus Benefizveranstaltungen. Vereinsobmann Razak beteiligt sich an den laufenden Kosten: "Alles, was von meinem Verdienst am Monatsende übrig bleibt, geht nach Ghana."

Spendenkonto: SoriNaTu - Verein für Kinderhilfe in Ghana, Sparkassse Salzburg, IBAN: AT79 2040 4000 4065 3081, BIC: SBGSAT2SXXX

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