Chronik

Salzburger bekam 6.500 Euro-Rechnung fürs Internet-Surfen

Dass sein Aufenthalt in einem österreichischen Nachbarland so teuer wird, damit hat ein Salzburger Urlauber nicht gerechnet. Die Arbeiterkammer setzte sich für ihn ein.

Das Surfen in der Schweiz wurde einem Salzburger fast zum Verhängnis. SN/APA (Archiv/dpa)/DANIEL NAUPOLD
Das Surfen in der Schweiz wurde einem Salzburger fast zum Verhängnis.

"Roam like at home" - so heißt die EU-weite Roaming-Verordnung, die seit Juni 2017 in Kraft ist. Seitdem bezahlt man für die Nutzung von mobilen Daten in allen EU-Staaten gleich viel wie im Heimatland. Auch in den drei Nicht-EU-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen gilt die Verordnung. In der Schweiz allerdings nicht. Das wurde nun einem Salzburger fast zum Verhängnis. Weil er während seines Urlaubs 500 Megabyte an mobilen Daten auf dem Handy nutze, schickte ihm der Mobilfunkanbieter eine Rechnung über 6500 Euro.

Arbeiterkammer half dem Salzburger weiter

Der Mann wendete sich an die Arbeiterkammer. "Der Betroffene war im Glauben, dass die EU-Datenroaming-Regelung generell im Ausland gilt", sagt Christian Obermoser. Der Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Salzburg hat den Fall des Salzburgers mitbetreut. Mit Erfolg. Die Arbeiterkammer einigte sich mit dem Schweizer Netzbetreiber. Am Ende musste der Salzburger nur 130 statt ursprünglich 6500 Euro bezahlen.

Schutzgrenze gegen überteuerte Handyrechnungen

Um derart hohe Rechnungen zu vermeiden, gibt es eine weltweite Schutzgrenze. Sie liegt bei 60 Euro. Diese kann nur mit der Zustimmung des Handy-Nutzers überschritten werden. Laut Konsumentenschützer Obermoser habe der betroffene Mann diese Grenze deaktiviert, weil er das Internet unbedingt benötigte. "Dass die Kosten dermaßen explodieren könnten, ahnte er aber nicht", erklärt Obermoser. Fälle wie diese seien laut dem Konsumentenschützer nicht neu und treten besonders häufig in der Reisezeit auf. Seit der Roaming-Verordnung im Jahr 2017 sei für viele die Gefahr von hohen Roaming-Kosten im europäischen Ausland nicht mehr so präsent, meint Obermoser. "Die wenigsten rechnen damit, dass ein Gigabyte in der Schweiz über tausend Euro kosten kann". Wenn man außerhalb der EU-Roaming-Zone Urlaub machen will, sollte man sich daher schon vorab informieren.

Quelle: SN

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