Chronik

Salzburger Bürgermeister kündigt schrittweise Lockerung von Corona-Maßnahmen an

Am Dienstag nach Ostern sollen Parks und Spielplätze wieder zugänglich sein. Auch der Grünmarkt sowie zwei weitere Wochenmärkte werden wiederbelebt. Kein grünes Licht gibt es vorerst aber für die Schranne. Weiterhin gesperrt bleibt die Wochenend-Straßensperre für Autos und Motorräder auf den Gaisberg. Aufrecht erhalten werden zudem die Besuchsverbote in Seniorenwohnheimen.

Am Dienstag nach Ostern findet erstmals seit Mitte März der Grünmarkt wieder statt. SN/Stefanie Schenker
Am Dienstag nach Ostern findet erstmals seit Mitte März der Grünmarkt wieder statt.

"Die Zahlen geben uns recht", sagte Bürgermeister Harald Preuner und rechtfertigte damit die Maßnahmen, die die Stadt im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gesetzt hat. Denn zum Teil fielen sie strenger aus als vom Bund vorgegeben. Auch wenn er dort und da ein "Murren" in der Bevölkerung vernommen habe, so zeige sich jetzt, dass das Vorgehen der Stadt "richtig und notwendig" war.

Ziehe man von den bisher 127 nachweislich Infizierten die 41 mittlerweile Genesenen ab, so blieben noch 77 aktuell mit dem Coronavirus infizierte Personen in der Stadt Salzburg übrig. Seit Ende März sei die Kurve abgeflacht. Nun sei es an der Zeit, die Corona-Maßnahmen mit "äußerster Behutsamkeit" zu lockern.

Bemerkbar wird sich das am Dienstag nach Ostern machen. Ab dann werden die öffentlichen Parks und Spielplätze wieder zugänglich sein. Dabei setzt die Stadt auf Vernunft und Eigenverantwortung von Eltern und deren Kindern, was das Einhalten der notwendigen Abstände angeht. "Wir werden Plakate aufstellen und neben Aufklärungsarbeit auch Kontrollen durchführen", betont Michael Haybäck, Chef der städtischen Verwaltung und Leiter des städtischen Corona-Krisenstabes.

Auf Märkten werden kostenlose Nasen-Mundschutzmasken verteilt

Eine Pflicht zum Tragen von Nasen-Mundschutzmasken wird es weder in Parks und auf Spielplätzen geben noch sonst irgendwo im Freien. Aber auf Märkten wie dem Grünmarkt, der ebenfalls ab Dienstag nach Ostern wieder stattfinden soll, wird die Stadt Salzburg kostenlose Nasen-Mundschutzmasken austeilen. "Wer möchte, darf dafür eine Spende geben, die wir eins zu eins an die Schmetterlingskinder weitergeben werden", sagt Preuner. Und er stellt auch klar: An Personen ohne Mund-Nasen-Schutz darf auf den Märkten nichts verkauft werden

Der Grünmarkt wird vorerst übrigens ausschließlich mit Nahversorger-Ständen neu gestartet. "Das sind Bauern, Metzger, Bäcker", zählte Preuner exemplarisch auf und machte klar, dass es dort zunächst "keine sonstigen Stände" geben werde. Weil diese häufig nur am Samstag auf dem Grünmarkt stünden, werden nun auch am Samstag jene Nahversorger-Stände am Markt stehen, die üblicherweise nur Montag bis Freitag dort vertreten sind. Öffnen werden auch der Biomarkt am Kajetanerplatz sowie der Wochenmarkt in Lehen.

Schranne bleibt weiterhin abgesagt

Noch kein grünes Licht gibt es zunächst für die Schranne. "Da ist die Situation eine ganz andere, ich bitte um Verständnis", meinte Preuner. Man wolle die Situation noch zwei Wochen lang beobachten. Als Trostpflaster wird die Stadt den Marktstandbetreibern die Gebühren für zwei Monate erlassen. Auch für die weiterhin geschlossenen Schanigärten werde man vorerst keine Gebühren kassieren. Insgesamt gehe es darum, große Menschenansammlungen weiterhin zu vermeiden. Deshalb werden auch Sportplätze vorerst nicht geöffnet. Wie es mit ihnen und den Freibädern weitergehen soll, will die Stadt bis Mitte oder Ende April entscheiden.

Auch der städtische Recyclinghof wird nach Ostern mit Beschränkungen wieder geöffnet. Pro Auto darf allerdings nur eine Person aussteigen, Ausladehilfe gibt es keine. Und: Die Menge an Abfall wird auf zwei Kubikmeter pro Auto beschränkt.

Angst vor zweiter Infektionswelle

Keine Lockerungen soll es - wenn es nach den Vorstellungen der Stadt Salzburg geht - auch im Grenzverkehr zu Bayern geben. Mit mehr als 25.000 Infizierten alleine in Bayern sei die Zahl von Coronafällen bei den Nachbarn deutlich höher als in ganz Österreich. Es gelte unter allen Umständen eine zweite Welle an Infektionen zu vermeiden. Denn eines sei klar: Eine zweite Welle würde die Stadt Salzburg vermutlich drastischer treffen als es bisher der Fall war. Und man wolle vermeiden, dass man dann zu möglicherweise noch drastischeren Beschränkungen wie Quarantäneregelungen für ganze Straßenzüge greifen müsste.

Die Krise endgültig überwunden habe man erst, wenn es medizinische Antworten in Form einer Impfung oder Medikamenten zur Behandlung der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit gebe, sagt Haybäck. Auch wenn die Zahlen derzeit stabil seien, müsse Salzburg auf eine neuerliche Infektionswelle vorbereitet sein.

Quelle: SN

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