Chronik

Salzburger in Ecuador nach acht Tagen Geiselhaft befreit

Eine Spezialeinheit schlug im Dschungel zu. Die Kriminellen forderten 350.000 US-Dollar Lösegeld.

Salzburger in Ecuador nach acht Tagen Geiselhaft befreit SN/facebook
In Ecuador ist am Samstag ein in Südamerika lebender Salzburger nach acht Tagen Geiselhaft im Urwald leicht verletzt von einer Spezialeinheit der Polizei befreit worden.

In Ecuador ist am Samstag ein in Südamerika lebender Salzburger nach acht Tagen Geiselhaft im Urwald leicht verletzt von einer Spezialeinheit der Polizei befreit worden. Der Kaffeehändler Johannes W. (56) war vor mehr als einer Woche von einer Plantage in der Provinz Sucumbios im Grenzgebiet zu Kolumbien verschleppt und in einer kaum zugänglichen Höhle im Amazonas-Gebiet gefangen gehalten worden.

Außenministeriumssprecher Thomas Schnöll bestätigte am Montag gegenüber der APA entsprechende Medienberichte. Die Entführer des gebürtigen Pinzgauers - der Mann lebt heute in Kolumbien - sollen laut ecuadorianischer Polizei für die Freilassung 350.000 Dollar (rund 320.000 Euro) Lösegeld gefordert haben.

Mithilfe von Informanten gelang es den Ermittlern, den mutmaßlichen Aufenthaltsort der Bande und ihrer Geisel auszuforschen. Eine Sondereinheit machte sich daraufhin auf den Weg und schlug mitten in der Nacht bei strömendem Regen zu, teilte die Polizei auf einer Pressekonferenz mit. Die bewaffneten Entführer - sie sollen aus Ecuador und Kolumbien stammen - wurden verhaftet. Bei ihnen handle es sich um Kriminelle, keine Guerilla aus Kolumbien, so die Ermittler.

Der ecuadorianische Innenminister Jose Serrano Salgado postete auf seiner Twitter-Seite Fotos vom Rettungseinsatz, die schwer bewaffnete Mitglieder der Spezialeinheit mit dem geretteten Österreicher zeigen. W. selbst dankte auf seiner Facebook-Seite am Sonntag der Spezialeinheit "für die super-professionelle Aktion" und seiner Familie für ihre Ausdauer und Unterstützung. Er zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass er und seine Frau den Schock gut verdauen werden. Die Entscheidung seiner Frau, die Polizei zu rufen, sei absolut richtig gewesen. Und: "Meine Schutzengel sind halt professioneller als meine Entführer. ;)" Er dürfte bei dem Vorfall leichte Kopfverletzungen erlitten haben.

Johannes W. war bereits in den Jahren 1990 bis 1993 gemeinsam mit seiner Familie im Entwicklungshilfe-Einsatz in Ecuador und hatte in den vergangenen Jahren den kleinen Kaffeehandel Kanwan aufgebaut.

Quelle: APA

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