Chronik

Salzburger Landwirtschaftsschulen - Firmen reißen sich um Absolventen

Absolventen einer Landwirtschaftsschule haben quasi eine Jobgarantie: Betriebe, die Lehrlinge suchen, reißen sich um die jungen Leute. Ein neues Schulgesetz trägt das Seine dazu bei.

Daniel Bann baut in der Tischlerei der Landwirtschaftsschule Winklhof in Oberalm einen Couchtisch nach den Vorgaben seines Lehrers Johann Nindl. Der Lehrplan deckt sich mit dem eines Tischlerlehrlings.  SN/lmz/neumayr/leo
Daniel Bann baut in der Tischlerei der Landwirtschaftsschule Winklhof in Oberalm einen Couchtisch nach den Vorgaben seines Lehrers Johann Nindl. Der Lehrplan deckt sich mit dem eines Tischlerlehrlings.
In der Landwirtschaftsschule Winklhof: Von Links Laura Gruber, Johanna Weißenbacher, Landesschulinspektor Christoph Faistauer, Landesrat Josef Schwaiger undSimon Andexer. SN/lmz/neumayr/leo
In der Landwirtschaftsschule Winklhof: Von Links Laura Gruber, Johanna Weißenbacher, Landesschulinspektor Christoph Faistauer, Landesrat Josef Schwaiger undSimon Andexer.

Ein Lehrherr beschrieb die Absolventen einer Landwirtschaftsschule einst so: "Die können grüßen, sehen Arbeit und wissen, was sich gehört."

Etwas amtlicher drückt sich Landesschulinspektor Christoph Faistauer aus: "Die Arbeitshaltung unserer Absolventen ist in der Wirtschaft sehr beliebt. Betriebe raufen sich fast um sie."

Im Schnitt werden an den vier Landwirtschaftsschulen (LWS) Bruck, Tamsweg, Winklhof und Kleßheim pro Jahr 345 Schüler fertig. "Sie haben quasi eine Jobgarantie", sagt Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP). 90 Prozent entscheiden sich für eine Lehre, zehn Prozent für einen Aufbaukurs, der zur Matura führt.

Die LWS-Absolventen haben oft eine kürzere Lehrzeit. Je nach Beruf decken sich bestimmte Bereiche mit der Schulausbildung. Das Land selbst bildet vier bis fünf Verwaltungsassistentinnen pro Jahr aus. Schwaiger: "Sie müssen nur mehr ein Jahr Praxis nachholen. Wir haben beste Erfahrungen damit gemacht."

Der Landesrat hat selbst zwei Jahre die LWS Kleßheim besucht, bevor er an die HBLA Ursprung wechselte. Das habe ihn geprägt. "Wir haben gemolken, aber nichts mit der Milch gemacht. Wir haben Bäume geschnitten, aber die Äpfel nicht verwertet." In den vergangenen 30 Jahren habe sich viel getan, doch es sei ihm trotzdem ein Anliegen gewesen, den Landwirtschaftsschulen ein zeitgemäßes Gesetz zu verpassen, das stärker in Richtung Produktveredelung und -vermarktung geht.

Die Schulen seien zu Beginn etwas skeptisch gewesen. Im Gegensatz zu anderen berufsbildenden mittleren Schulen, die Schüler verlieren, erfreuen sich die LWS großer Beliebtheit. Doch es sei wichtig, für die Zukunft gerüstet zu sein. Vor zehn Jahren habe niemand ahnen können, dass Regionalität und Saisonalität heute so "in" sein würden. Auf diesen Zeitgeist seien die LWS erfolgreich aufgesprungen.

Projekte können seit 2015 fächerübergreifend umgesetzt werden, die Grenzen zwischen Theorie und Praxis verschwimmen - eine große Umstellung für die Lehrer. Die vier Schulen können noch gezielter Schwerpunkte setzen, denn die Landwirtschaft sei in jedem Bezirk anders.

Im März soll das neue Gesetz im Landtag beschlossen werden. Es sieht für jeden Fachbereich eine eigene Abschlussprüfung vor.

Aufgerufen am 18.02.2018 um 07:50 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/salzburger-landwirtschaftsschulen-firmen-reissen-sich-um-absolventen-24031768

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