Chronik

Salzburger nach Einbrüchen in Kindergärten in Bayern festgenommen

Der 55-Jährige soll laut Polizei für 13 Einbrüche verantwortlich sein. Bei der Flucht rammte er Polizeiautos.

Salzburger nach Einbrüchen in Kindergärten in Bayern festgenommen SN/polizei
Bei seiner Flucht rammte der Lungauer beim Rückwärtsfahren ein Polizeiauto.

Für die Kriminalisten in Salzburg und Oberösterreich ist der 55-jährige Lungauer aus Tamsweg ein schweres Kaliber: Der Mann soll bereits mehrjährige Haftstrafen wegen eines Banküberfalls im Dezember 1983 im Lungau sowie Einbrüche in Österreich verbüßt haben. 2014 verlegte er offensichtlich sein weiteres Betätigungsfeld ins grenznahe Bayern. Polizeioberrat Hannes Schneider, Leiter der Polizeiinspektion in Altötting, berichtete: "Wir haben seit März dieses Jahres in einer Serie von 13 Einbrüchen in Kindergärten im örtlichen Umkreis ermittelt. Dabei konnten wir eine DNA-Spur sicherstellen. Diese führte nach einem Abgleich nach dem zwischenstaatlichen Prüm-Abkommen mit den österreichischen Kollegen zu einem 55-jährigen Salzburger, der offenbar in der Vergangenheit in seiner Heimat schon mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist."

Bei dem Mann handelt es sich um einen Lungauer aus Tamsweg, der 2014 in Bad Füssing ein Appartement angemietet, sich nicht polizeilich gemeldet und im Mietvertrag verfälschte Personalien eingetragen haben soll.

Zwei Kilometer lange Verfolgungsjagd

Die bayrischen Kriminalisten begannen nach der Identifizierung den Lungauer zu observieren und wollten den Salzburger am 7. Oktober bei einer Fahrzeugkontrolle auch festnehmen. Doch der 55-Jährige lieferte den Beamten eine etwa zwei Kilometer lange Verfolgungsjagd in einem VW-Golf. "Erst als er in eine Einfahrt geraten ist und nicht mehr weiterkonnte, war ein Zugriff möglich", sagte Hannes Schneider. Bei der Verfolgung seien drei Polizeifahrzeuge zum Teil erheblich beschädigt worden, zumal der Salzburger versucht hatte, mit Rammstößen doch noch zu entkommen.

Aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Mühldorf konnte der 55-jähriger Lungauer in die Justizanstalt Traunstein gebracht werden. Bei den weiteren Ermittlungen stellte sich heraus, dass der VW-Golf des Lungauers im Jahr 2014 im Bezirk Vöcklabruck gestohlen gemeldet worden war. Am Fahrzeug waren ebenfalls gestohlene Kennzeichen aus dem Landkreis Berchtesgadener Land angebracht. Im Appartement stießen die Kriminalisten auf Autoschlüsseln, die zu einem Audi A5 RS passten, der ebenfalls als gestohlen und ebenso mit im Berchtesgadener Land gestohlenen Kennzeichen versehen war. Weiters konnten die Polizisten Diebsgut sicherstellen.

13 Einbrüche nachgewiesen

Vorerst könne man dem Mann die 13 Einbrüche in Kindergärten nachweisen, bei denen er rund 6500 Euro Bargeld erbeutet, sowie etwa 14.700 Euro Sachschaden angerichtet habe, so die bayrischen Kriminalisten. In Deutschland habe gegen den Lungauer auch ein Haftbefehl wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz bestanden. Dieser war mit 36 Tage Haft oder einer Geldstrafe von 650 Euro bedroht.

In Österreich besteht ebenfalls ein Haftbefehl des Landesgerichts Ried im Innkreis gegen den Lungauer. Er soll auch in Oberösterreich in mehrere Kindergärten sowie in ein Betonwerk eingebrochen haben. Dabei habe er es jeweils auf Bargeld abgesehen, so ein Kriminalist.

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