Chronik

Salzburger Polizeimodell für den Linzer Hauptbahnhof

Eigene Einsatzeinheit soll mehr Sicherheit auf den Bahnhöfen schaffen.

Kontrollen am Salzburger Hauptbahnhof SN/robert ratzer
Kontrollen am Salzburger Hauptbahnhof

Massenraufereien, räuberische Diebstähle und Drogenhandel mit Beteiligten aus nordafrikanischen Ländern sowie Asylbewerbern: Die Sicherheitslage am Hauptbahnhof in Linz, der vor wenigen Jahren zum schönsten Österreichs deklariert worden war, hat Exekutive und Politik alarmiert.

Bei einem Runden Tisch im Linzer Landhaus kamen die Vertreter zu folgendem Ergebnis: verstärkte Polizeipräsenz und mehr Sozialarbeiter im Einsatz, jedoch kein Alkoholverbot und keine Einschränkung des freien Internets.

Eine solche Problematik ist am Salzburger Hauptbahnhof bereits seit einem Jahr bekannt: "Als Konsequenz wurde eine Einsatzeinheit mit 25 Beamten sowie verstärkte Streifen von Schengenfahndern, Diensthundeführern und Zivilbeamten eingeführt", erklärte Eva Wenzl, Polizeisprecherin in Salzburg. Durch Kontrolldruck habe man bis auf Ausnahmen die Situation in den Griff bekommen.

Entscheidungen, ob das Gratis-Internet eingeschränkt oder ein Alkoholverbot verhängt werden solle, lägen nicht in der Kompetenz der Polizei. Parallel habe sich ein Netzwerk mit Polizei, ÖBB und Gewerbetreibenden gebildet, das im Informationsaustausch stehe.

Nun hat man sich bei der Polizei in Linz zu einem "Salzburger Modell" entschlossen: "Es wird ein mobiles Unterstützungskommando mit 80 Beamten geben, das zusätzlich für die Überwachung des Bahnhofs sowie der Innenstadt zuständig sein wird", sagte Polizeisprecher David Furtner. Schon zuvor hatte der oberösterreichische Landespolizeidirektor Andreas Pils moniert: "Jetzt soll ausschließlich die Polizei alles wieder richten." Allein der Ruf nach mehr Polizei sei nicht besonders innovativ", ergänzte David Furtner. Man brauche ein Gesamtkonzept und wolle nicht bestimmte Bevölkerungsgruppen stigmatisieren.

Dass es trotz Polizeikontrollen auch am Salzburger Bahnhof immer wieder zu gewalttätigen Vorfällen kommt, musste am Donnerstagabend ein 37-jähriger Flachgauer erfahren. Er wurde von drei Männern mit Fäusten und einer Flasche attackiert und verletzt. In einer Reaktion forderte Andreas Reindl, Klubobmann der Stadt-FPÖ, ein Alkoholverbot am Bahnhof und hartes Durchgreifen, um das Sicherheitsgefühl der Salzburger zu steigern.

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