Chronik

Salzburger Polizist startet neuen Versuch am Everest

2013 war Rupert Hauer kurz davor, den höchsten Berg der Welt ohne Sauerstoff zu bezwingen. Dann kehrte er um, um einen Kollegen zu retten. Jetzt ist er wieder im Basislager.

2013 musste Rupert Hauer seine Everest-Besteigung aufgeben. „Diesmal werde ich besser auf meine Nase aufpassen“, schreibt er auf seiner Facebook-Seite.  SN/sn
2013 musste Rupert Hauer seine Everest-Besteigung aufgeben. „Diesmal werde ich besser auf meine Nase aufpassen“, schreibt er auf seiner Facebook-Seite.

Es waren dramatische Momente, die Rupert Hauers Traum vom Erklimmen des Mount Everest im Jahr 2013 beendeten. Als er 150 Höhenmeter unter dem Gipfel war, kam ihm ein amerikanischer Kollege mit einem Sherpa entgegen. Der zweite Alpinist war wegen der starken UV-Strahlung erblindet. Er habe keine Sekunde gezögert und dem Mann geholfen, sagte Hauer später. Es bedeutete für ihn auch, dass er den Gipfel an diesem Tag nicht mehr erreichen würde.

Jetzt startet der gebürtige Mauterndorfer einen neuen Versuch. Derzeit befindet sich der 49-jährige Alpinpolizist im Basislager auf der tibetischen bzw. chinesischen Seite des Berges. Diesmal wird er nicht allein und ohne Sauerstoff aufsteigen, sondern er soll als Bergführer eine achtköpfige Gruppe auf den Gipfel des Berges bringen. Organisiert wird die Expedition vom Tiroler Veranstalter Lukas Furtenbach, der später selbst zu der Gruppe stoßen wird. "Rupert ist derzeit mit vier Alpinisten zur Akklimatisierung im Basislager. Ich werde mit den anderen vier Alpinisten die Anpassungen an den geringeren Sauerstoffgehalt der Luft hier in Österreich in Zelten machen." So könne man die Zeit der Expedition auf einen Monat verkürzen. "Das vermindert das Risiko gesundheitlicher Probleme. Die Höhe und die Kälte sind ja ein Stress für den Körper."

Auch wenn Rupert Hauer diesmal mit Sauerstoff unterwegs ist, ist es nicht sicher, dass er den Gipfel jetzt erreichen wird. Denn diesmal wird er den Everest von der nördlichen Seite bezwingen. Diese sei anspruchsvoller als der Anstieg von der Seite Nepals aus. "Technisch sind beide Anstiege ähnlich. Aber die nördliche Seite ist dem Wind stärker ausgesetzt. Und der Wind ist der limitierende Faktor am Everest. Mehr als 50 km/h hält man nicht aus."

Rupert Hauer habe jedenfalls nach dem abgebrochenen Aufstieg sein persönliches Ziel nie aufgegeben, ohne Sauerstoff den höchsten Berg der Welt zu bezwingen. "Vielleicht ergibt sich für ihn ja noch einmal die Gelegenheit, dieses Ziel zu erreichen."

Veranstalter Lukas Furtenbach selbst hat den Everest schon einmal bezwungen. "Das war im Jahr 2016. Wir waren mit einem Filmteam unterwegs und hatten Riesenglück. Das Wetter war wunderbar und wir konnten zwei Stunden lang drehen."

Daten und Fakten: Akklimatisieren auf 5200 Metern

Derzeit befindet sich der Salzburger Alpinist Rupert Hauer in einem Basislager auf 5200 Metern Höhe. Hier gewöhnt er sich derzeit mit leichten Wanderungen an die extremen Bedingungen. Als Nächstes geht es auf das vorgelagerte Basislager auf 6400 Metern Seehöhe weiter. Die Gipfelbesteigung soll je nach Wetter zwischen dem 15. und dem 25. Mai stattfinden.

Aufgerufen am 22.07.2018 um 08:39 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/salzburger-polizist-startet-neuen-versuch-am-everest-26759029

Kommentare

Schlagzeilen